«Höngg befindet sich in einem Abwärtsstrudel»

Lädelisterben, mangelhafter Branchenmix und zu wenig «Wir-Gefühl». Der Gewerbeverein von Zürich-Höngg hat in einer Umfrage «den Puls der Bevölkerung» genommen und spricht nun von «Verslummung» im Zürcher Mittelstandsquartier. Mit einer ganzen Reihe von Massnahmen will er Gegensteuer geben.

Ein Rolladen mit Schmierereien. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ladensterben, Schmierereien, vernachlässigte Geschäfte: Das habe es früher weniger gegeben, sagen die Höngger Gewerbler. zvg

21'000 Fragebögen hat der Verein Handel und Gewerbe Höngg (HGH) verschickt, 1034 Hönggerinnen und Höngger haben mitgemacht. Das Resultat der Umfrage: Der Branchenmix in Höngg lasse zu wünschen übrig, der Meierhoferplatz sei wegen des Verkehrs nicht attraktiv und die Höngger wünschen sich attraktivere Einkaufsbedingungen.

Kombiniert mit dem Lädelisterben und leerstehenden Ladenflächen folgert Fredy Haffner vom Gewerbeverein: «Es ist klar, Höngg befindet sich in einem Abwärtsstrudel.» Er spricht im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» gar von «Verslummung». Und: Es fehle im Quartier am «Wir-Gefühl», am Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner.

Vernetzen als Gegenmassnahme

Dass der Detailhandel schleichend verschwinde, lasse sich auch in anderen städtischen Quartieren feststellen, sagte Nicole Barandun, Präsidentin des städtischen Gewerbeverbandes (GVZ). Oft fehle es an einer Strategie, wie die Rahmenbedingungen für den Detailhandel längerfristig verbessert werden könnten. Barandun rät deshalb, die Detaillisten sollen sich untereinander stärker vernetzen.

Genau dies will man in Höngg nun tun: Fredy Haffner plant ein «Netzwerk Höngg» für Vereine, Firmen und die Bevölkerung. Zudem soll das Quartierbewusstsein gestärkt werden - etwa an Quartierfesten und lokalen Märkten.