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Nach Tötungsdelikt im Drogenrausch: Galeristensohn vor Zürcher Obergericht
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 18.11.2019.
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Im Drogenrausch getötet Zürcher Obergericht vertagt Entscheid zu Galeristensohn

  • Der 34-Jährige, der Ende Dezember 2014 im Drogenrausch einen guten Freund getötet hat, soll nach dem Willen des Staatsanwalts mit 16 Jahren Freiheitsentzug bestraft werden.
  • Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch aufgrund vollständiger Schuldunfähigkeit.
  • Sie beantragten zudem, es sollten zwei zusätzliche Zeugen einvernommen werden.
  • Am Mittwoch, 27. November, wird das Gericht einen Entscheid bekanntgeben. Ob dies die Anträge betrifft oder bereits das Urteil ist, konnte der vorsitzende Richter nicht sagen.

In der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember 2014 hatte der Beschuldigte in der elterlichen Villa in Küsnacht an der Zürcher Goldküste mit seinem Freund Kokain und Ketamin konsumiert. Die beiden gerieten dann in Streit. Der heute 34-Jährige schlug dem Freund den Schädel ein, rammte ihm eine Kerze in den Rachen und erwürgte ihn. Nach der Tat rief er selbst die Polizei.

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Aus dem Archiv: Küsnachter muss 12,5 Jahre hinter Gitter
Aus Schweiz aktuell vom 09.08.2017.
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Im Gerichtssaal bat der Beschuldigte die Angehörigen des Getöteten, die in einem anderen Saal die Verhandlung per Video-Übertragung verfolgten, um Verzeihung. Er bereue zutiefst, was er getan habe.

Zwei Monate zuvor soll er in einem Hotelzimmer in London seine Verlobte vergewaltigt und mehrfach sexuell genötigt haben. Während der Beschuldigte die Tötung eingestanden hat, distanzierte er sich am Montag entschieden von den Vorwürfen der Frau.

Erstinstanzlich verurteilt

Das Bezirksgericht Meilen hatte den Sohn eines wohlhabenden Galeristen im Juni 2017 wegen vorsätzlicher Tötung, Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung und mehrerer Verkehrsdelikte zu einer Freiheitsstrafe von 12.5 Jahren verurteilt. Das Gericht hielt dem Beschuldigten verminderte Schuldfähigkeit zugute.

Es ordnete eine strafvollzugsbegleitende Therapie an, die der Beschuldigte bereits angefangen hat. Seit seiner Inhaftierung habe er keine Drogen mehr konsumiert, sagte der Beschuldigte. Heute nehme er auch keinerlei Medikamente mehr. Er wäre motiviert für eine stationäre Massnahme, erklärte er.

«Sofortige Haftentlassung»

Die beiden Verteidiger plädierten auf Freispruch ihres Mandanten und sofortige Haftentlassung. Zur Tatzeit habe er sich nach ausgiebigem Konsum von Kokain und dem Medikament Ketamin in einem psychotischen Rausch befunden. Für das Tötungsdelikt könne er deshalb nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Der seit Jahren Drogensüchtige habe nicht einfach auf den Konsum illegaler Substanzen verzichten können. Sein Zustand sei deshalb nicht selbst verschuldet gewesen.

Bezüglich der Sexualdelikte zielte die Verteidigung darauf ab, die Frau als unglaubwürdig darzustellen. Ihr «Drang zu massiver Übertreibung» sei «aktenkundig». «Ungereimtheiten und Widersprüche» in ihren Aussagen schürten Zweifel an der Schuld des 34-Jährigen. Dieser sei deshalb auch in diesen Punkten freizusprechen. Für die Nebendelikte sei eine bedingte Geldstrafe angemessen.

Demgegenüber forderte der Staatsanwalt Schuldsprüche und eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren. Er räumte ein, dass es in den Aussagen der Frau einige Ungereimtheiten gebe. Vor allem aber habe die Verteidigung mit «Unterstellungen und Behauptungen» operiert. Insgesamt habe die erste Instanz zu Recht die Aussagen der Frau als stimmig und glaubhaft beurteilt.

«Aussage-Zickzack»

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In Bezug auf das Tötungsdelikt sei angesichts des «Aussage-Zickzack» des Beschuldigten in der Untersuchung nicht ausgeschlossen, dass dieser seine «Wahnvorstellungen» als «taktische Schutzbehauptung» vorgeschoben habe. Er habe schon früher Halluzinationen gehabt und habe «locker auf diese Erfahrungen zurückgreifen» können.

Er habe denn auch genau gewusst, wie verheerend sich sein Drogen- und Medikamentenkonsum auswirken könne. Der Beschuldigte sei deswegen schon früher in psychiatrischer Behandlung. Laut Staatsanwalt verweigerte er aber bislang jede Therapie.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Gerd Schlehuber  (Frank Tauber)
    @Alen Etimi. Anmassend ist wohl eher die Forderung der beiden Verteidiger nach sofortiger Haftentlassung. Was ist das denn für eine Rechtsauffassung festzustellen, der Angeklagte habe sich einem psychotischen Rausch befunden? Der rechtfertigt ein solches Verbrechen? Mit einer solchen Begründung könnte man sich also zudröhnen und folgenlos einen Menschen ermorden? Als Angehöriger des Opfers würde sich mir bei einer solchen Begründung der Magen herumdrehen.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Nun denn.. er konnte nach dem Mord die Polizei alarmieren.. so war er also nicht "zugedroehnt", sondern noch handlungsfaehig.. also kein Pardon!
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  • Kommentar von Beni Berner  (Beni)
    ich habe immer gemeint, ich sei letztendlich für mein leben selber verantwortlich. das gilt scheinbar aber nur, wenn solange nüchtern und clean bin.
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