Baumängel im Letzigrund Im Streit um die Stützpfeiler im Stadion gewinnt die Stadt Zürich

Mehrere Pneukräne stellen im Stadion Letzigrund vor der Tribüne Dachstützen auf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wegen Mängeln an der Dachkonstruktion liess die Stadt im neuen Stadion Letzigrund provisorische Stützen aufstellen. Keystone

Um das geht es: Bei einer Kontrolle im Februar 2010 wurde bei einem Träger des Stadiondaches ein Riss entdeckt. Deshalb sperrte die Stadt das Stadion aus Sicherheitsgründen. Bei den anschliessenden Untersuchungen wurden weitere Baumängel entdeckt. Die Stadt liess deshalb unter dem Stadiondach 31 provisorische Stützen aufstellen und liess die Mängel beheben.

Die Haltung der Implenia: Die Baufirma ist der Meinung, dass die Sicherheit des Daches nicht in Frage stand und die Stadt die Stützen zu Unrecht aufstellen liess. Sie stellte der Stadt für das Aufstellen der Stützen und weitere Arbeiten 1,9 Millionen Franken in Rechnung und klagte gegen die Stadt, nachdem diese die Rechnung nicht begleichen wollte.

Das Urteil: Das Bezirksgericht Zürich weisst die Klage der Implenia vollumfänglich ab. Das Gericht schreibt, dass «aufgrund des Risses im Dachbinder sowie der ungenügenden Qualität diverser Schweissnähte der Dachkonstruktion ein begründeter Verdacht bestand, die Tragsicherheit des Stadiondaches könnte eingeschränkt sein.» Implenia muss auch die Gerichtskosten tragen und die Stadt für die Prozesskosten entschädigen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann beim Zürcher Obergericht angefochten werden.