Insieme-Debakel belastet Behinderten-Organisation

Insieme ist nicht gleich Insieme. Das muss die Selbsthilfeorganisation für Menschen mit einer geistigen Behinderung immer wieder erklären. Dass der Bund mit dem gleichnamigen IT-Projekt rund 100 Millionen Franken in den Sand gesetzt hat, macht ihnen beim Spenden sammeln das Leben schwer.

Ein festlich dekorierter Kuchen zum 50-Jahr-Jubiläum der Behindertenorganisation Insieme wird gerade angeschnitten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Insieme-Debakel des Bundes war nicht gerade gute Werbung für die gleichnamige Behindertenorganisation. Keystone

«Eine Schweinerei» sei es, wie verschwenderisch sie mit Steuergeldern umgingen: Solche Vorwürfe hat Alberto Cirigliano von Insieme Zürich mehr als einmal zu hören bekommen, nachdem der Skandal um das gleichnamige IT-Projekt des Bundes publik geworden war. Und die Beschwerden sind keine Einzelfälle. Auch die Geschäftsleiterin von Insieme Zürich-Oberland beklagte sich in der Zeitung «Zürcher Oberländer» über erboste Anrufer, nachdem die Organisationen ihren traditionellen Spendenbrief zur Adventszeit verschickt hatte.

Das Beste aus der Situation machen

Auch wenn die Vertreter der Behindertenorganisation das Missverständnis dann meist ausräumen können, die Verbindung mit dem IT-Skandal schade ihnen, erklärt Cirigliano im Insieme-Treff, einer kleinen Beiz in Zürich-Oerlikon: «Wir sind auf Spenden angewiesen. Negative Schlagzeilen sind schlecht für uns.»

Das bestätigt auch Beatrix Zenzünen, Mediensprecherin von Insieme Schweiz, die Dachorganisation über gut 50 regionale Ableger. Insieme versuchte aber das Beste aus der Situation zu machen: «Wir nahmen den IT-Skandal zum Anlass, um auf unsere Aktivitäten hinzuweisen», erklärt Zenzünen gegenüber Radio SRF.