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Kampf um Operationen Zürcher Regionalspitäler wehren sich gegen neue Vorgaben

Der Kanton Zürich will bei den Mindestfallzahlen einen Schritt weiter gehen – gegen den Willen der Regionalspitäler.

Legende: Video Regionalspitäler kämpfen gegen Gesundheitsdirektion abspielen. Laufzeit 08:12 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 05.12.2017.

Mindestfallzahlen für Spitäler existieren im Kanton Zürich bereits seit 2012 in einzelnen Bereichen der hochspezialisierten Medizin. Doch nun will Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) nochmals einen bedeutenden Schritt weitergehen: Er wil auf Beginn des Jahres 2019 die Mindestfallzahlen bei zusätzlichen Eingriffen einführen. Und sie sollen nicht pro Spital, sondern pro operierendem Arzt gelten.

Betroffen sind einzelne Bereiche wie zu Beispiel Krebsbehandlungen in der Gynäkologie oder der Ersatz von Hüft- und Kniegelenken. «Wir haben mit den Mindestfallzahlen pro Spital sehr gute Erfahrungen gemacht, deshalb führen wir diese nun pro Operateur ein», erklärt Heiniger dieses Vorgehen.

Schwierigkeiten für die Regionalspitäler

Eduard Vlajkovic ist Chefarzt der Frauenklinik am Spital Zollikerberg. Hunderte Operationen hat er in seiner über 30-jährigen Laufbahn durchgeführt. «Dass diese Lebenserfahrung nichts zählt und nur die Anzahl Operationen in einem Jahr gelten soll, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar», kritisiert Vlajkovic die Pläne des Kantons. Er ist deshalb einer der Beschwerdeführer, die sich ans Bundesverwaltungsgericht gewandt haben.

«Eingriffe bei Tumoren sind das Kerngeschäft der Gynäkologie, wenn wir diese Operationen nicht mehr durchführen dürfen, können wir unseren Auftrag nicht mehr erfüllen», erklärt Eduard Vlajkovic dieses Vorgehen gegenüber «Schweiz aktuell».

Für den Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger überwiegen jedoch die Vorteile. Er sieht weiterhin Chancen für kleinere Spitäler: «Diese können sich spezialisieren, damit sie Operateure haben, die bei einzelnen Eingriffen routiniert und spezialisiert sind.»

Unispital und Patientenschützerin stützen Kanton

Unterstützung bekommt der Kanton vom Universitätsspital und der Patientenschützerin: «Mindestfallzahlen bei Operateuren machen durchaus Sinn und sind ein Erfolgsfaktor bei komplexen Operationen», ist Erika Ziltener von der Patientestelle Zürich überzeugt.

Und Professor Luca Regli, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am USZ pflichtet ihr bei: «Mindestfallzahlen sind nicht das einzige, aber ein wichtiges Instrument, um die Qualität eines Eingriffs zu messen.» Ausserdem, so der Neurologe, seien die Fallzahlen in der Schweiz im Vergleich mit dem Ausland eher tief angesetzt.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Es geht fast ausschliesslich um Zahlen - Geld, viel Geld, Millionen/Milliarden im Schweizer "Gesundheits-Un-Wesen"! Profitgier um jeden Preis und Konkurrenz....Wo bleiben da die menschlichen Bedürfnisse von PatientenInnen (Körper, Seele, Geist)??
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