Kanton Zürich: «Wir wollen den Banken ins Gewissen reden»

Im Kanton Zürich sind in diesem Jahr auffällig viele Informatikerinnen und Informatiker als arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig steigt die Nachfrage an IT-Fachleuten aus dem Ausland. Eine Entwicklung, die den Kanton beunruhigt, er will deshalb bei den Banken intervenieren.

Die IT-Branche kämpft mit einem Fachkräftemangel. Trotzdem waren in diesem Februar 18 Prozent mehr Informatikerinnen und Informatiker arbeitslos als im Februar 2013. «Diese Zunahme ist überdurchschnittlich», sagt Irene Tschopp vom Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit AWA.

Eine zunehmende Arbeitslosigkeit steht also einem Fachkräftemangel gegenüber - eine paradoxe Situation.Eine mögliche Erklärung: «Die Nachfrage nach IT-Fachleuten aus dem Ausland ist gross», bestätigt Irene Tschopp. Im «Tages-Anzeiger» beklagen sich Mitarbeiter der Crédit Suisse, dass die Bank kontinuierlich Schweizer Informatiker durch Ausländer ersetze, was die CS dementiert.

Der Kanton schaltet sich ein

Trotz dieses Dementis: Der Kanton ist beunruhigt - und handelt. «Wir suchen das Gespräch mit den Banken», sagt Irene Tschopp und bestätigt damit einen Bericht im «Tages-Anzeiger». «Wir wollen den Banken ins Gewissen reden und aufzeigen, dass es auf dem Stellenmarkt viele Schweizer Informatiker gibt.»

Ob diese Gespräche die Situation verbessern, ist allerdings fraglich. Denn eine striktere Handhabe hat der Kanton nicht. Zwar gilt in der Schweiz der sogenannte Inländervorrang. Will eine Firma jemanden aus einem Drittland ausserhalb der EU anstellen, muss sie beweisen, dass sie keinen Schweizer gefunden hat. Dieser Inländervorrang lässt sich allerdings umgehen, wenn die Firma die Mitarbeiter nicht selbst anstellt, sondern eine Drittfirma die Angstellten nur «entsendet». In diesem Fall sind dem Kanton die Hände gebunden.