Kantonsratswahlen 2015: Die FDP

Die Zürcher FDP darf wieder hoffen: Jahrelang ist sie geschrumpft, nun rechnet sie mit einer Trendwende. Im Kantonsrat setzte die FDP verschiedene Akzente, zum Beispiel mit der Forderung nach Tagesschulen. Die grösste Niederlage war das Nein zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.

Eine Rolle von Klebern mit der Aufschrift «FDP - Die Liberalen» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Klebt der Wählerschwund weiter an der FDP oder schafft sie die Trendwende? Keystone

  • Wähleranteil 2011: 12,9 Prozent (2007: 16,0)
  • Sitze im Kantonsrat: 23 (2007: 29)
  • Regierungsräte: Thomas Heiniger (Gesundheit), Ursula Gut (Finanzen)
  • Wahlslogan: Mit Herzblut und Weitblick

Die Hoffnung auf eine Trendwende bei den Kantonsratswahlen ist nicht aus der Luft gegriffen. Bei den Gemeindewahlen 2014 haben die Freisinnigen wieder an Boden gewonnen. In der Stadt Zürich beispielsweise konnten sie mit Filippo Leutenegger ihren zweiten Sitz zurückgewinnen. Nun soll sich der Erfolg auch bei den Kantonsratswahlen niederschlagen. Das erklärte Wahlziel der FDP sind drei zusätzliche Sitze im Parlament.

Erfolg bei der Bildung, Niederlage im Kerngeschäft

Auch im Zürcher Kantonsrat konnten sich die Freisinnigen vermehrt ein eigenes Profil geben. Bildungspoltisch setzten sie einen Akzent mit der Forderung nach Tagesschulen, sozialpolitisch mit der Forderung, dass die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde, KESB, die Gemeinden wieder mehr einbezieht.

Aufgefallen ist die FDP auch bei umstrittenen Themen wie beim Fall Carlos, beim Fall Christoph Mörgeli oder beim Fall Flaach: Die Partei blieb immer betont sachlich und distanzierte sich auch von den Forderungen der SVP.

Eine Niederlage einstecken mussten die Freisinnigen allerdings bei einem ihrer Kerngeschäften: Die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten fiel bei der Bevölkerung durch. Und auch mit der Intitiative zur Befreiung der Firmen von der Kirchensteuer, eine Initiative der Jungfreisinnigen, hatte keinen Erfolg.