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Kaum ein Jahr vor den Wahlen Präsident der Zürcher Grünliberalen tritt zurück

Gleich zwei Posten in der Führung müssen die Zürcher Grünliberalen neu besetzen. Präsident Thomas Maier gibt sein Amt nach zehn Jahren auf, Judith Bellaiche tritt nach zwei Jahren als Vizepräsidentin ab. Ein gutes halbes Jahr vor den kantonalen Wahlen sollen neue Kräfte frischen Wind in die Partei bringen.

Im Interview mit dem «Regionaljournal» nimmt der abtretende GLP-Präsident Stellung zu seinem Rücktritt.

SRF News: Sie treten nach zehn Jahren an der Spitze der Grünliberalen zurück - warum gerade jetzt?

Thomas Maier: Zehn Jahre sind lang. Es war eine schöne Zeit, aber wir sind gerade in letzter Zeit stark gewachsen, da brauchte es auch viele Anstrengungen. Nun kam ich zum Schluss, dass es der Partei gut tut, wenn eine neue Person frische Impulse setzt.

Neben Ihnen tritt auch die Vizepräsidentin ab. Im nächsten Frühling stehen die kantonalen Wahlen an in Zürich. Ist es der richtige Zeitpunkt um die Spitze zu erneuern?

Der Vorstand und ich sind der Meinung, dass es ein guter Moment ist. Die Rücktritte zeugen nicht von Unruhe in der Partei, sondern zeigen, dass wir als Partei breit aufgestellt sind. Der Wahlkampf ist bereits aufgegleist und wir sind bereit.

«Nicht optimal, aber keine Katastrophe»

«Nicht optimal, aber keine Katastrophe»

Der Rücktritt nur 10 Monate vor den Wahlen sei kein Problem, sagt Thomas Maier. Politologe Louis Perron sieht das anders: «Der Zeitpunkt ist nicht optimal.» Ideal wäre ein Rücktritt in den ersten zwei Jahre nach den Wahlen. So hätte der neue Präsident oder die neue Präsidentin noch Einfluss auf den Wahlkampf. «Im Moment läuft die Planung der Wahlen bereits auf Hochtouren», sagt Perron. Allerdings sei der Zeitpunkt des Rücktritts auch keine Katastrophe. Noch sei Zeit, der Wahlkampf sei in der Öffentlichkeit noch nicht angelaufen.

Wenn Sie auf dieses Jahrzehnt an der Parteispitze zurückblicken, was sind Ihre grössten Leistungen?

Grundsätzlich ist es in diesen zehn Jahren gelungen, dass wir uns von einer kleinen Gruppe von Ideologen zur dritt- oder viertgrössten Partei im Kanton gemausert haben. Mit einer starken Fraktion im Parlament, die zwischen den Blöcken politisiert und die Themen Ökologie und Wirtschaft verbindet.

Das Gespräch führte Margrith Meier.

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