Klappt es wirklich mit der schulischen Integration?

Im Kanton Zürich besuchen auch schwache oder verhaltensauffällige Schüler eine Regelklasse. Die Sonderpädagogik findet in diesen Klassen statt. Nun soll dieses System wissenschaftlich überprüft werden. Der Kantonsrat hat einen Vorstoss von SVP und GLP überwiesen - gegen den Willen der Regierung.

F für Frosch, M für Maus: Die Buchstaben des ABCs auf einer Lerntafel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fällt das Lernen schwerer, wenn möglichst alle Kinder in die Volksschule integriert sind? Die Frage ist umstritten. Keystone

An der Zürcher Volksschule gilt das Prinzip der Integration: Möglichst alle Schülerinnen und Schüler sollen in den Regelklassen unterrichtet werden. Kleine Sonderklassen soll es kaum mehr geben.

Dieses Prinzip will der Kantonsrat nun überprüfen. FDP, BDP, EVP, Grüne und EDU äusserten grundsätzliche Kritik, wünschten eine Geamtschau und wollten wissen, wo es Anpassungsbedarf gebe.

  • Anita Borer, SVP: «Die Regelklassen werden vor allem durch die Integration stark verhaltensauffälliger Schüler belastet. Die Schulen sollen flexibel entscheiden können.»
  • Christoph Ziegler, GLP: «Die Sonderpädagogik soll nicht auf den Müll gekippt werden, sondern das System soll optimiert werden.»
  • Karin Fehr, Grüne: «Die in die Sonderschulung investierten Mittel rechtfertigen eine solche Überprüfung.

Die Gegner des Vorstosses fanden, es gebe bereits genügend Studien, die bewiesen hätten, dass die Sonderpädagogik funktioniere. Dazu gehörten Vertreterinnen und Verterter der CVP, AL und SP, sowie Bildungsdirektorin Silvia Steiner.

  • Regierungsrätin Silvia Steiner, CVP: «Noch eine Studie, noch ein Bürokratiemonster – das bedeutet einen unverhältnissmässigen Aufwand. Und es darf nicht davon ausgegangen werden, dass eine weitere Studie erheblich andere Resultate liefert.»

Trotzdem hat der Rat den Vorstoss mit 123 zu 46 Stimmen überwiesen. Der Regierungsrat muss nun unabhängige Wissenschaftler damit beauftragen, einen Bericht zu erstellen. Dieser soll aufzeigen, wo es bei der Sonderpädagogik im Kanton Zürich klappt – und wo nicht. Dafür hat die Regierung zwei Jahre Zeit.