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Kleines Haus - grosse Idee So leben wie die Kinder aus Bullerbü – in Wädenswil

Wie kann man leben, ohne zu viel Platz und Energie zu verbrauchen? Zu Besuch in einem «Tiny-House» in Wädenswil.

Legende: Audio Ein Experiment in Wädenswil. Zu Besuch in der «Tilla» abspielen. Laufzeit 06:15 Minuten.
06:15 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 28.11.2018.

Nicht jedes Haus hat einen eigenen Namen. Und nicht jedes Haus hat ein Vorleben. Dieses Haus schon: «Tilla» heisst es. Der Name steht für «tiny villa». Zu Deutsch: winzige Villa. Bevor «Tilla» zum kleinen, holzigen Haus umgebaut worden ist, war es ein Lastwagen-Anhänger. Seit einigen Wochen steht «Tilla» auf einer Wiese in Wädenswil, umgeben von einem Garten.

Kreiert wurde das Haus von René Reist. Der 33-jährige ist Geschäftsleitungsmitglied der Energie-Genossenschaft Zimmerberg. Gemeinsam mit seiner Partnerin Amelie Böing möchte er zeigen, dass ein bewusstes, nachhaltiges Leben möglich ist.

Wir wollen Selbstverantwortung übernehmen und die Klimaprobleme nicht der nächsten Generation überlassen.
Autor: René ReistBewohner der «Tilla»

Die Regel für den Alltag in der «Tilla» ist eigentlich ganz einfach: so wenig wie möglich verschwenden. Und dazu gehört auch, dass wertvolle Nährstoffe nicht einfach in die Kanalisation runtergespült werden.

Das Kanalisationssystem eines selbstgebauten Holzhauses
Legende: Im Moment leert René Reist den WC-Kessel von Hand. In Kürze wird er eine Urin-Wiederaufbereitungsanlage der ETH installieren, die dann Dünger daraus produziert. SRF

«Tilla» hat keinen Stromanschluss. Die Energie wird von einer Dach-Solaranlage geliefert. Drinnen in der Wärme, an einem kleinen Tisch im Erker, sitzt Amelie Böing, die sich gerade um den gemeinsamen acht Monate alten Sohn Nuori kümmert. Das Leben in der «Tilla» habe eine besondere Bedeutung für sie.

Der Alltag in der «Tilla» kommt mir vor wie das Leben in Bullerbü
Autor: Amelie BöingBewohnerin der «Tilla»

Als junge Familie erlebten sie manchmal auch schwierige Nächte. Deswegen hätten sie immer noch eine Art Rückzugszimmer in ihrer alten WG.

Blick in die Schlafecke eines kleines Holzhauses
Legende: Das 33-Quadratmeter-Haus ist gemütlich eingerichtet. Viel Holz und Licht. SRF

150'000 Franken haben Amelie Böing und René Reist in ihr Haus investiert. Mit einem Verein setzen sie sich dafür ein, dass diese Wohnform mit den Minihäusern gesetzlich eigenständig geregelt wird.

Porträt einer jungen Familie mit Hund
Legende: Wenig Platz zum Wohnen, bewusster Umgang mit Wasser und Strom. Die Vision von René Reist und Amelie Böing: eine ganze Siedlung mit «Tilla»-Häusern. SRF

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Das Häuschen sieht ja hübsch aus. Leider taugt es nicht für die Gesamtbevölkerung der Schweiz. Da würde trotz minimaler Grösse zuviel Land verbraucht. Beispiel: Hochhaus mit 300 Wohnungen aufgereiht auf einem Stück Land brauchen 9900m2 also einiges mehr als die Grundfläche des Hochhauses....
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Warum müssen diese Häuser aussehen wie in Kinderbüchern. Das gleiche kann man auch mit kleinen ganz normalen Häuser erreichen. Einige Menschen wollen einfach nicht erwachsen werden. Die Idee ist gut, das möchte ich auch, aber draussen möchte ich dann einen sehr, sehr grossen Garten und kleine Tiere.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Wir sollten uns langsam entscheiden: Wollen wir kollektiv unseren Lebensstandard zurückbuchstabieren und Wachstum, Energie- und Rohstoffknappheit durch Verzicht meistern? Oder aber wollen wir auf massiven HiTech-Einsatz setzen, deren Lebenszeit begrenzt ist und die wir als Menschheit allzubald nicht mehr herzustellen in der Lage sein werden? Oder wollen wir die grundüble Ursache namens Wachstum angehen und deren Rückbau sozial mitigieren? Überleggend Sie mal... wäre endlich Zeit.
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