Kleines Haus – grosse Kiste: Das TZ zeigt Don Carlos

Es ist ein grosser Brocken, den sich das Theater Kanton Zürich für den Saisonauftakt vorgenommen hat: Das Drama um eine Dreiecksgeschichte im spanischen Königshaus von Friedrich Schiller. Das kleine Theater hat den grossen Klassiker tauglich gemacht für die Wanderbühne.

Die beiden Schauspieler stehen hinter einem Tisch, aus dem Flammen schlagen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine ziemlich hitzige Vater-Sohn-Beziehung: Nicolas Batthyany als Don Carlos und Stefan Lahr als König Philipp. T+T Fotografie

Tauglich machen für die Wanderbühne: Das heisst zuerst einmal kürzen. Würde man Don Carlos im Original auf die Bühne bringen, müsste das Publikum etwa sieben Stunden im Theater ausharren. Und das Theater ist im Fall des Theaters Kanton Zürich meistens eine Mehrzweck- oder eine Turnhalle.

Kurz und effektiv

In der Version des Theaters Kanton Zürich dauert das Stück zweieinhalb Stunden. «Wir haben geschaut, was für den heutigen Zuschauer interessant ist», erklärt Uwe Heinichs, der Dramaturg des Theaters. Auch bei der Inszenierung gibt es Grenzen: Das Bühnenbild muss auf ganz unterschiedliche Bühnen passen und mit einem Lastwagen transportiert werden können.

Entstanden ist eine einfache aber sehr effektvolle Kulisse, die – je nach Szene – einmal düster, einmal strahlend hell erscheint. Dabei zeigt das Theater Kanton Zürich seine grosse Stärke: Mit einfachen Mitteln gutes Theater machen.