Kongresshaus: Weitere 11,5 Millionen für die Planung

Das Zürcher Stadtparlament hilft der Projektierung für Renovation und Ausbau von Kongresshaus und Tonhalle finanziell auf die Sprünge. Es stockt das Darlehen an die Kongresshaus-Stiftung von 4 auf 15,5 Millionen Franken auf. Gleichzeitig soll die Organisation des Hauses überdacht werden.

Eingang des Kongresshauses Zürich Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kongresshaus und Tonhalle sollen fit für Zukunft gemacht werden. Das Parlament segnet 11,5 Millionen für die Planung ab. Keystone

Der Gemeinderat hat die Aufstockung des Darlehens von 4 auf 15,5 Millionen Franken am Mittwochabend mit 117 zu 2 Stimmen gutgeheissen. Einzig die AL äusserte sich skeptisch zur Vorlage. Es sei zu befürchten, dass die historisch gewachsenen Finanzierungsstrukturen von Kongresshaus und Tonhalle künftig zu einer allzu hohen Belastung der Stadt werden könnten.

Das Parlament erteilte dem Stadtrat daher den Auftrag die Neuorganisation von Kongresshaus und Tonhalle anzupacken. Und zwar noch vor dem grossen Umbau. Die jetzige Organisationsstruktur mit Kongresshaus-Stiftung, Betriebsgesellschaft Kongresshaus Zürich AG und Tonhalle-Gesellschaft sei weder transparent noch zweckmässig.

«Schöne Vernunftlösung»

Als «Anfang einer guten, schönen Vernunftlösung» bezeichnete ein Sprecher der Grünliberalen die Darlehens-Aufstockung. Für die SP hat der Stadtrat die Ausgangslage «optimal genutzt». Der Standort am See ist für die EVP ideal - auch mit einer pragmatischen Lösung statt einem grossen Wurf.

Bei der Projektierung geht es nicht um einen Neubau - die Pläne zur Erstellung eines neuen Kongresshauses hat der Stadtrat im Juni endgültig begraben. Stattdessen wird das heutige Kongresshaus aus dem Jahr 1939 samt Tonhalle zu einem Kongresszentrum mit bis zu 2500 Plätzen aus- und umgebaut.

Die nun bewilligten zusätzlichen Mittel sollen die «nahtlose Weiterführung» der Gesamtprojektierung Tonhalle/Kongresshaus sichern, bis das Volk voraussichtlich im Sommer 2015 über die Finanzierung des gesamten Umbaus abstimmen kann.

Pläne seit mehr als zehn Jahren

Kongresshaus und Tonhalle sind beide im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte der kantonalen Denkmalpflege aufgeführt. Für ihren Aus- und Umbau veranschlagt der Stadtrat rund 140 Millionen Franken.

Seit 2001 wälzt die Stadt Pläne für ein neues Kongresszentrum. Ein grosszügiges Neubau-Projekt des spanischen Stararchitekten Rafael Moneo an Stelle des heutigen Komplexes schickten die Stimmberechtigten 2008 bachab. Darauf folgte eine jahrelange Suche nach einem alternativen Standort, die schliesslich ergebnislos abgebrochen wurde.