Kuhglocken-Streit im Zürcher Oberland

In einem Weiler bei Wald tobt ein Nachbarschaftsstreit. Ein Anwohner klagt, die Kuhglocken von Rindern raubten ihm den Schlaf. Die Gemeinde verhängte darauf für das betroffene Gebiet ein Nacht-Kuhglockenverbot. Doch der Landwirt argumentiert mit der Sicherheit und zieht den Fall juristisch weiter.

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Glocken-Streit im Zürcher Oberland

2:06 min, aus Schweiz aktuell vom 21.8.2015

Der Streit zwischen den Nachbarn zieht sich seit vier Jahren hin. Anwohner Josef Burkard sagt gegenüber SRF, er habe sich mehrmals über den nächtlichen Glockenlämr direkt neben seinem Haus beschwert. «Die Rinder schlafen in der Nacht ja nicht, dadurch leiden wir unter Dauerbeschallung». Beim Landwirt habe er aber kein Gehör gefunden.

Die Behörden greifen ein

Die Gemeinde Wald verhängte schliesslich im November für die betroffene Parzelle ein Kuhglocken-Tragverbot während der Nacht. Sie stützt sich dabei auf die Lärmschutz- und Polizeiverordnung sowie auf das Umweltschutzgesetz. Gemeindepräsident Ernst Kocher sagt, dass man auf Vermittlungsbasis nicht weiter gekommen sei, deshalb sei das Verbot ausgesprochen worden. Mittlerweile wurde es vom Zürcher Baurekursgericht bestätigt.

Der Streit geht in eine weitere Runde

Der betroffene Landwirt Manuel Zwischenbrugger denkt aber nicht daran, die Kuhglocken während der Nacht zu entfernen. «Dank den Glocken kann ich meine Rinder auch in der Nacht orten. Und wenn ich jetzt nachgebe, müssen vielleicht bald viele Schweizer Bauern auf Glocken während der Nacht verzichten.» Den Gang an das Zürcher Verwaltungsgericht hat er bereits angekündigt - notfalls gehe er mit dem Glockenstreit bis vor Bundesgericht.

(Schweiz Aktuell, 19:00 Uhr)