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Die Vergangenheit der Sammlung Emil G. Bührle wird jetzt aufgearbeitet
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 12.12.2019.
abspielen. Laufzeit 06:31 Minuten.
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Kunsthaus Zürich Licht ins Dunkel von Bührles Vergangenheit

Ein Historiker-Team arbeitet auf, wie der Waffenhändler und Kunstsammler Emil Bührle zu seinen berühmten Bildern kam.

Das Kunsthaus Zürich beschäftigt sich mit der Zukunft, aber auch mit der Vergangenheit. Denn in zwei Jahren will es im Neubau die Sammlung Bührle ausstellen, also die berühmten Bilder von Emil G. Bührle (1890 – 1956), der mit Waffenlieferungen an die Nazis Millionen verdiente und damit Kunst – auch Raubkunst – sammelte.

Ein Historiker-Team der Universität Zürich arbeitet derzeit die dunkle Vergangenheit der Sammlung auf. Angeführt von Matthieu Leimgruber, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Zürich. Er untersucht, wie Bührle mit der wirtschaftlichen und der politischen Elite der Schweiz verflochten war. Und die Verbindung des Waffenhändlers mit dem Kunsthaus Zürich.

Über den Zweiten Weltkrieg hinausblicken

So finanzierte Bührle unter anderem die erste Erweiterung des Kunsthauses. Als Unternehmer im Zweiten Weltkrieg war er skrupellos: So verkaufte er seine Waffen an die Deutschen, aber auch an die Allierten. Während dieser Zeit kaufte der Waffenhändler nur ein paar Dutzend Gemälde. Den grössten Teil seiner Sammlung, etwa 500 Bilder, sammelte er danach, und zwar in Amerika.

«Der Kunstmarkt verschob sich von Europa in die USA. Das muss man bei der Kontextualisierung der Sammlung berücksichtigen», sagt Matthieu Leimgruber. Er will sich in seinem Bericht nicht nur auf den Zweiten Weltkrieg beschränken. «Ich will die Langzeitstrukturen verstehen», sagt er. Und deutet an, dass Bührle nicht der einzige war, der mit nicht ganz sauberem Geld schöne Kunst sammelte. Mehr will der Historiker aber noch nicht verraten.

Woher der Anstoss zur Aufarbeitung kam

Die Diskussion über die problematische Herkunft einiger Bilder aus der Sammlung Bührle begann schon vor knapp 10 Jahren: Damals gaben einige Stadtparlamentarier den Anstoss, die Geschichte aufzuarbeiten, und der Stadtrat zeigte sich bereit, nicht den «Mantel des Schweigens» über die Entstehungsgeschichte der Sammlung zu hüllen. 2015 erschien dann das «Schwarzbuch Bührle», in dem die Rolle des Waffenhändlers und Kunstsammlers im Zweiten Weltkrieg beleuchtet wurde.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Lothar Drack  (samSok)
    Das muss man sich erst mal im Mund zergehen lassen: Die Behörden lancieren zuerst ein Riesenbauprojekt für eine ominöse Sammlung, bevor sie sich darum kümmert, WIE diese Sammlung zustande gekommen ist! Und dass ein Teil dieser Sammlung nur deswegen öffentliche Stiftung geworden ist (die notabene in Zürich öffentlich zugänglich sein muss) ist nur das Resultat der Beilegung eines noch grösseren Steuerskandals um Emil Bührle, alles blieb so unterm Deckel! Wie nur kann diese Aufarbeitung gelingen?
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