Kunstmuseum Winterthur: Gerhard Richter hats gerichtet

Fast 40'000 Besucherinnen und Besucher wollten 2014 eine Ausstellung im Kunstmuseum Winterthur sehen. Mehr als die Hälfte von ihnen eine ganz bestimmte: Die Ausstellung von Gerhard Richter «Streifen und Glas» bescherte dem Museum so viele Besucher wie schon lange nicht mehr.

Gerhard Richter vor einem seiner Werke aus der Ausstellung «Streifen und Glas». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Ausstellung von Gerhard Richter war die zweiterfolgreichste Einzelausstellung in der Geschichte des Kunstmuseums. Keystone

Genau 38'925 Eintritte zählte das Winterthurer Kunstmuseum im Jahr 2014. So viele wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr. Mehr als die Hälfte der Besucherinnen und Besucher, 22'369, waren wegen der Ausstellung «Streifen und Glas» von Gerhard Richter gekommen. Nur einmal war eine Einzelausstellung noch erfolgreicher: 1996 strömten gar 45'000 Leute wegen einer Ausstellung von Giovanni Giacometti nach Winterthur.

Dieter Schwarz, Direktor des Kunstmuseums Winterthur, freut sich: «Man versucht natürlich immer, seine Arbeit gut zu machen, aber nicht jede wichtige Ausstellung zieht so viele Besucher an.» Der Besucherandrang habe sie ein wenig überrascht, räumt er ein. «Keine andere Ausstellung übte eine derartige Faszination auf die Besucher aus.» Winterthur sei auf grosse Namen angewiesen, damit man überhaupt Aufmerksamkeit bekomme.

Mit fast 9500 Eintritten trug auch die Ausstellung «Edouard Vuillard 1868-1940» einen Teil zum grossen Erfolg bei. Im Jahr 2015 setzt das Kunstmuseum Winterthur auf unbekanntere Schweizer Künstler, Museumsdirektor Dieter Schwarz rechnet darum wieder mit bescheideneren Eintrittszahlen.