Langsame Rückkehr zum Kindergarten

Viele Zürcher Gemeinden mit Grundstufe lassen sich Zeit mit der Rückkehr zum klassischen Kindergarten. Gemäss dem kantonalen Volksschulamt werden die meisten Gemeinden erst 2014 umstellen; auch die Stadt Zürich mit den 23 Grundstufenklassen führt den Kindergarten erst nächstes Jahr wieder ein.

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Bildlegende: Die meisten Zürcher Grundstufen-Gemeinden lassen sich Zeit mit der Rückkehr zum Kindergarten Keystone

Die Zürcher Stimmberechtigten haben sich vor knapp zwei Monaten gegen die Grundstufe und für den Kindergarten entschieden. Knapp 30 Gemeinden beteiligten sich am Pilotprojekt «Grundstufe». Diese Gemeinden müssen nun wieder zurück zum Kindergarten. Weil die Umstellung viele Fragen aufwirft, wie zum Beispiel die berufliche Zukunft der neu ausgebildeten Grundstufenlehrerinnen, planen die meisten Gemeinden die Umstellung erst auf nächstes Jahr. Auch die Stadt Zürich mit ihren 23 Grundstufenklassen stellt 2014 auf den Kindergarten um. Der Übergang betrifft die Kinder, die dieses Jahr in die Grundstufe kommen. Sie besuchen ein Jahr Grundstufe und dann 2014 ein Jahr Kindergarten.

Mönchaltorf macht vorwärts

Anders denkt und handelt die Gemeinde Mönchaltorf. Sie stellt bereits dieses Jahr um und kehrt zum Kindergarten zurück. «Je schneller die Umstellung, desto klarer ist die Situation für die Betroffenen», sagt Schulpräsident Hans-Rudolf Galliker gegenüber dem «Regionaljournal». Die Grundstufenlehrerinnen sollen bereits Ende Januar wissen, ob sie bleiben können oder die Kündigung erhalten. In Mönchaltorf möchten jedoch alle Grundstufenlehrerinnen und -lehrer bleiben und auch im Rest des Kantons zeichnet sich kein Exodus ab: Von den rund 200 Lehrerinnen und Lehrern in der Grundstufe seien nur vereinzelt Kündigungen eingetroffen, heisst es im Volksschulamt. Klar ist aber, dass nicht alle ihre Stelle behalten können. Eine Kindergartenklasse erhält nicht mehr 150 Stellenprozente wie eine Grundstufe.

« Wir können die Lehrerinnen brauchen im System »

Martin Wendelspiess vom Volksschulamt ist jedoch überzeugt, dass die Rechnung insgesamt aufgehen wird: «Die Lehrerinnen können wir brauchen im System, bereits nächstes Jahr gibt es wieder mehr Kindergärtler.» Als Folge der Grundstufe hätten zudem viele Primarlehrerinnen Gefallen gefunden am Unterricht von Kindergärtlern, ebenso würden auch viele Kindergärtnerinnen gerne weiterhin in der Unterstufe unterrichten. Der Kanton setzt sich deshalb dafür ein, dass es diesbezüglich bald eine Weiterbildung geben soll, so dass mit vernünftigem Aufwand ein Diplom für die jeweils andere Stufe erworben werden kann.