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Ein etwas anderer Hilfslehrer im Klassenzimmer
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 25.09.2019.
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Lehrer mit Handicap Wenn Menschen mit kognitiver Einschränkung in Zürich Schule geben

Das Institut Unterstrass bildet behinderte Menschen zu Schul-Assistenten aus und macht damit gute Erfahrungen.

Es ist ein ganz gewöhnlicher Schultag an der Gesamtschule Unterstrass in Zürich: Eine Gruppe von Fünft- und Sechstklässlern übt gerade Zeitformen im Deutschunterricht. Unter ihnen ist auch der 30-jährige Lucien Le, allerdings nicht als Schüler, sondern als Hilfslehrer in Ausbildung.

Gewisse Schüler sind froh, wenn jemand da ist, der auch etwas anders ist.
Autor: Lucien LeSchulassistent in Ausbildung

Der Student Lucien Le hat Cerebral-Parese, er ist seit Geburt kognitiv und körperlich beeinträchtigt. Am Institut Unterstrass, dem Lehrerseminar der Schule, lässt er sich zum Schulassistenten ausbilden. Er könne den Schülerinnen und Schülern in einer Klasse viel bringen, sagt Lucien Le. «Es gibt ganz viele Menschen mit einer Lernschwäche und diese sind vielleicht froh, wenn jemanden da ist, der auch etwas anders ist.»

Auch Lucien Le ist auf Unterstützung angewiesen. Weil er Mühe mit dem Schreiben hat, hilft ihm eine Schülerin beim Ausfüllen eines Aufgabenblatts. Dieses Miteinander im Klassenzimmer zwischen Schülerinnen, Lehrern und Schulassistenten gehört an der Gesamtschule Unterstrass selbstverständlich dazu, sagt Schulleiter Dieter Rüttimann: «Das ist eines unserer allerwichtigsten Ziele.»

Ein schweizweit einzigartiges Projekt

Die Ausbildung von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung zu Schulassistenten am Institut Unterstrass ist schweizweit einmalig. Das Projekt «écolsiv - Schule inklusiv» rief Matthias Gubler 2017 ins Leben. Behinderte Menschen, die selber Schule geben, sind für Gubler kein Widerspruch. «In der Schule gibt es ganz viele Tätigkeiten, bei denen es nicht um die reine Wissensvermittlung geht.» Die Assistenten mit pädagogischem Profil könnten deshalb vielfältige Aufgaben übernehmen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und schliesst mit einem individuellen Portfolio ab, das Schulleitungen aufzeigen soll, in welchen Gebieten die Schulassistenten aus dem Projekt «écolsiv» eingesetzt werden können. Die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klasse jedenfalls schätzen Lucien Les Anwesenheit. Man könne ihn immer um Unterstützung fragen und er mache Mut, wenn man sich zum Beispiel vor einer Prüfung fürchte, so die Rückmeldungen.

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