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Zürich Schaffhausen «Man soll dort auch wieder wohnen können»

Die Rosengartenstrasse, eine der meistbefahrenen Strassen in der Schweiz, soll massiv vom Verkehr entlastet werden: Während die Autos neu durch einen vierspurigen Tunnel fahren, soll das Rosengartentram eine direkte Verbindung zwischen dem Bahnhof Hardbrücke und dem Milchbuck schaffen.

Legende: Video «Meistbefahrene Quartierstrasse der Schweiz soll entlastet werden» abspielen. Laufzeit 7:12 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 01.10.2013.

An einer gemeinsamen Medienkonferenz haben zwei Zürcher Regierungsräte und zwei Stadträte aus dem Zürcher Regierungsrat und Stadtrat das gemeinsame Projekt «Rosengartentram & Rosengartentunnel» vorgestellt.

Als «kurzer Waidhaldetunnel» schon lange im Gespräch

Ein Tunnel zwischen Irchel und Wipkingerplatz soll die Rosengartenstrasse vom grössten Teil des heutigen Strassenverkehrs entlasten. Zwischen dem Anschluss beim Bucheggplatz und dem Wipkingerplatz soll der Tunnel vierspurig geführt werden. Die neue Tramlinie verbindet den Bahnhof Hardbrücke mit der Haltestelle Milchbuck. Der rund 2 Kilometer lange Tunnel entspricht ziemlich genau der Variante «kurzer Waidhaldetunnel», die schon seit Jahren diskutiert wird. In den vergangenen Jahren hatte sich die Stadt nie dafür erwärmen können.

Vom Moloch Rosengarten zur friedlichen Quartierstrasse

«Mit dem Tunnel schaffen wir den notwendigen Platz, der uns für den Individuellen Verkehr, Velo, Fussgänger und Tram, fehlt», strich Regierungsrat Ernst Stocker an der Medienkonferenz nun heute die Vorteile dieser Lösung heraus. Anstatt 56'000 Fahrzeuge täglich sollen dereinst nur noch 3'000 auf der Rosengartenstrasse fahren. Die Rosengartenstrasse soll zu einer richtigen Quartierstrasse werden mit einem Veloweg und einem Tram.

Ohne ein Tram gebe es kein Autotunnel und umgekehrt, es könne nur beides geben, erklärte Stadträtin Ruth Genner das Umdenken der Stadt. Eine Volksabstimmung zu einem Rosengartentram ohne Tunnel war von der Zürcher Bevölkerung 2010 abgelehnt worden. «Man soll dort auch wieder leben können», sagte Ruth Genner gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen.» Das sei heute nicht möglich.

Tunnel und Tram sind frühestens 2032 fertig

Das Projekt muss noch verschiedene Hürden überwinden, eventuell auch eine Volksabstimmung. Die Verantwortlichen bei Stadt und Kanton rechnen deshalb damit, dass frühestens 2024 mit dem Bau begonnen werden kann. 2032 sollen die ersten Tram über die Rosengartenstrasse fahren, respektive die ersten Autos durch den Tunnel.

Eine erste grobe Kostenschätzung beläuft sich auf 860 Millionen Franken. Da es sich bei der Rosengartenstrasse um eine kantonale Strasse handelt, übernimmt der Kanton die meisten Kosten. Die Stadt bezahlt sogenannte «Aufwertungsmassnahmen» an der Rosengartenstrasse und am Bucheggplatz in der Höhe von 15 Millionen Franken.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Keine Angst, so wie ich das sehe, wird das Projekt auch in dreissig Jahren noch nicht abgeschlossen sein, und ich selber werde dann in der Kutsche über Wolke 7 sitzen, und herabsehen, wie sich die Ameisenschlange im Schrittempo aus und in die Stadt bewegt. Remember the Gubrist-Saga, ein einziger Mann schafft es doch, so etwas über viele Jahre problemlos aufzuhalten. Wie sollte dann eine Rosengartenstrasse je einmal Realität werden??
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  • Kommentar von M.Meier, Lenzburg
    Schon interessant. Da werden 4 spurige Strassen verkleinert. Es gibt mehr Staus! Und siehe da, da kann man dann plötzlich 4spurige Tunnels bauen! Man hat ja Geld! Oder man holt's sich wieder bei der Milchkuh> Autofahrer! Merksch öppis? Es wird Zeit, dass man sich endlich an der Urne wehrt!
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    1. Antwort von M. Steiner, ZH
      ... und anstatt endlich mal offen über Bevölkerungsentwicklung zu diskutieren, knallt man uns, die dafür nichts könenn, dieser so Frechheiten wie Mobility Pricing, Vignettenpreiserhöhung oder andere Griffe in den Geldbeutel vor den Latz. Kann sein, dass dieses Land deswegen sein friedliches Gesicht bald mal wandelt...
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    2. Antwort von Bernd B., Basel
      Ist es nicht logisch, sich das Geld bei den Benutzern dieser Strasse zu holen?
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  • Kommentar von Max Hug, Luzern
    Bis im Jahre 2032 wird sich das Verkehrsaufkommen - nicht nur in Zürich - verdoppelt haben.
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