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Weniger Kriminelle, aber härterer Strafvollzug
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 04.07.2019.
abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
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Mehr Platz, härterer Vollzug Im Kanton Zürich kommen weniger Häftlinge vorzeitig frei

Der Trend bestätigt sich: Zum fünften Mal in Folge ist die Zahl der Häftlinge im Kanton Zürich zurückgegangen. Dies zeigt die Jahresbilanz, welche das Amt für Justizvollzug am Donnerstag vorgestellt hat. Im Jahr 2018 wurden 395'438 Aufenthaltstage gezählt, das sind gut 27'000 weniger als im Vorjahr.

Damit hat auch die Auslastung der Gefängnisse abgenommen. Diese ging um knapp 1,8 Prozent zurück und lag im vergangenen Jahr neu bei 86 Prozent. Dies entspricht gemäss dem Amt für Justizvollzug der Tendenz, dass die Kriminalitätsrate rückläufig ist.

Weniger Arbeitslose und die Entspannung bei der Flüchtlingssituation können sich positiv auf die Kriminalitätsrate auswirken
Autor: Thomas ManhartChef des Amtes für Zürcher Justizvollzug

Über die Gründe kann Thomas Manhart, Amtschef für Justizvollzug, nur spekulieren. Zum einen gäbe es weniger Arbeitslose, zum anderen habe sich auch die Flüchtlingssituation entschärft.

Wer sitzt, bleibt häufiger bis zum Schluss

Wer im Kanton Zürich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, muss damit rechnen, dass er die ganze Strafe absitzen muss. Das Amt für Justizvollzug hat die Schraube in den vergangenen Jahren angezogen. Früher war es noch üblich, dass Häftlinge wegen guter Führung nach zwei Dritteln der Strafe bedingt entlassen wurden. Die Zahlen zeigen, diese Praxis hat sich klar verändert.

Der härtere Strafvollzug ist ganz im Sinne der Rückfall-Prävention.
Autor: Thomas ManhartChef des Amtes für Zürcher Justizvollzug

Vor fünf Jahren waren es 502 Personen, die wegen guter Führung vorzeitig entlassen wurden, auch bedingte Entlassung genannt. 2018 waren es dann bereits nur noch 299 Personen. Was genau die Gründe für diesen Rückgang sind, müsse erst noch genauer analysiert werden, sagt Stabschef und Forensiker Jérôme Endrass.

Fehler nicht mehr erlaubt

Eine Entwicklung sei aber deutlich spürbar: «In der Bevölkerung ist die Toleranz für Rückfälle deutlich gesunken.» Das setze die Behörden ein Stück weit auch unter Druck, bei bedingten Entlassungen zurückhaltend zu sein. Im Zweifelsfall werden im Kanton Zürich also Strafen bis zum letzten Tag vollzogen. Ob die Täterinnen und Täter dadurch weniger rückfällig werden, dazu gibt es keine Erfahrungswerte.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Zudem soll man auch mit diesen läppischen, bedingten Strafen auf Bewährung aufhören. Die schrecken höchstens noch Schweizer ab.
  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Offensichtlich ist dem Thomas Manhart ein peinlicher (aber doch ehrlicher Lapsus) passiert, wenn er u.a. aussagt, dass Dank weniger Arbeitslosen und Flüchtlingen die Kriminalität zurück gegangen sei! Jetzt wird doch (im unüberlegten aber spontanen Gespräch) zugegeben, aus wessen gesellschaftlichen "Schichten" am meisten kriminelle Taten passieren! Würde ein Kommentator dieses Faktum in einer persönlichen Aeusserung ins Forum schreiben, würde die Meinung nie aufgeschaltet!
  • Kommentar von Melanie Nauer  (nauermel)
    Wie soll es förderlich für die Rückfallquote sein, wenn sie länger in Haft bleiben? Aus meiner Sicht ist es mehr Zeit, sich von gesellschaftlichem Leben zu entfernen und erschwert den Wiedereinstieg in die Gesellschaft.
    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Jaja, im Kreis sitzen und gut Zureden würds bringen...