Mehr Platz zum Denken

An keiner Uni waren die Studentinnen und Studenten derart unzufrieden wie an der Universität Zürich. Nun hat die Uni gehandelt: Sie stellt das Studium bei Fächern wie Deutsch oder Geschichte um. Das Ziel: Mehr Freiheit, weniger Verzettelung.

Studierende im Lichthof der Universität Zürich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Reorganisation: Die Universität Zürich reagiert auf die Unzufriedenheit ihrer Studierenden. Keystone

Die Studierenden der Universität Zürich waren mit der Struktur ihres Studiums unzufrieden. In einer Umfrage 2015 erreichte die Universität Zürich den 12. und letzten Rang. Es gäbe zu viel Pflichtstoff und zu wenig Platz für eigenständige Gedanken, so der Vorwurf der Studierenden.

Diese Kritik ist bei der Führung angekommen. Die philosophische Fakultät ändert per Frühlingssemester 2017 die Regeln. Neu müssen zum Beispiel Deutschstudenten nur noch eins statt zwei Nebenfächer belegen, erklärt der Dekan der philosophischen Fakultät Andreas Jucker: «Bis jetzt war es so, dass man sich bereits nach der Matur für die Nebenfächer entscheiden musste. Im neuen System spezialisiert man sich erst auf Masterstufe».

Weniger ist mehr

Das heisst, die neuen Studenten können in den ersten Jahren bis zum Bachelorabschluss die Vielfalt kennenlernen und müssen sich erst danach für ein Spezialgebiet entscheiden. Diese Reform soll entschlacken, da heute die Gefahr besteht, dass sich die Studierenden zwischen den verschiedenen Haupt- und Nebenfächern verzetteln.

Andreas Jucker hofft, dass die Universität Zürich bei der nächsten Umfrage wieder besser da steht, und die Studierenden mit ihrer Studienwahl zufriedener sind.