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Messe vs. Online Wie sich die Züspa im digitalen Zeitalter behaupten will

Am Freitag öffnete einmal mehr die Zürcher Herbstmesse «Züspa» ihre Tore. Durchsetzen muss sie sich gegen das Internet.

Bierflaschen mit der Aufschrift "Züspa Bier" stehen in einer Reihe auf dem Regal.
Legende: Bier trinken kann man schlecht übers Internet. Ob das reicht, um Leute an eine Messe zu locken? zvg

Den neuesten Gemüsehobel ausprobieren, am Glücksrad drehen oder ein Bier degustieren: Seit Freitagmorgen laden vierhundert Stände in Zürich-Oerlikon zum Verweilen ein. Doch wie zeitgemäss ist ein Anlass wie die traditionelle Zürcher Herbstmesse im digitalen Zeitalter eigentlich noch? Das «Regionaljournal» hat bei der Messeleiterin Karin Sonderegger nachgefragt.

SRF News: Immer mehr Leute kaufen online ein. Wie spüren Sie das veränderte Konsum- und Freizeitverhalten an Ihrer Messe?

Karin Sonderegger: Natürlich spüren wir einen starken Wandel. Gleichzeitig beobachten wir aber auch einen Gegentrend. Viele Firmen ergänzen ihren digitalen Auftritt gezielt mit einem Angebot auf einer Plattform wie unserer Messe. Persönlicher Kontakt mit möglichen Kunden ist nach wie vor unerlässlich. Die Kunst ist es, das Online-Angebot und persönlichen Begegnungen erfolgreich zu verbinden.

Trot dieser Zuversicht: Verschiedene Messen verschwinden. Die Muba findet 2019 zum letzten Mal statt, die Uhrenmesse Baselworld verliert stark an Ausstellern. Wie kann sich die Züspa in diesem Umfeld behaupten?

Über andere Messen möchte ich nicht urteilen. Jede Messe hat ihre eigene Geschichte, ihre eigene DNA. Mit unserem Fokus auf die Erlebnisorientierung sehen wir uns auf dem richtigen Weg. Aber natürlich müssen wir uns stetig weiterentwickeln um die Besucher zu überraschen und den Ausstellern eine attraktive Plattform zu bieten.

Erleben ist das eine, aber Sie brauchen ja Leute, die etwas kaufen. Wie läuft denn das klassische Messegeschäft?

Wir haben nach wie vor vierhundert Aussteller. Es ist erstaunlich, wie viele Besucherinnen und Besucher immer noch einkaufen an unserer Messe. Was sich verändert hat, ist die Spontaneität. Früher haben die Leute gespart um ein neues Sofa zu kaufen. Heute passieren die Einkäufe spontan. Wenn die Menschen hier vor Ort etwas Positives erleben, entscheiden sie sich zum Kauf.

Ein Mann in Anzug läuft über einen Teppich mit der Aufschrift "Züspa", fotografiert von oben.
Legende: Besucher anlocken, indem man ihnen Erlebnisse bietet. So will die Züspa in die Zukunft gehen. Keystone

Wie wollen Sie als Messe in Zukunft überleben?

Menschen sind soziale Wesen, davon bin ich überzeugt. Wir suchen alle den persönlichen Kontakt. Wenn wir als Messeveranstalter die richtige Mischung finden aus Online- und Offline-Angebot vor Ort, dass es auch in zehn Jahren noch eine Züspa gibt.

Das Gespräch führte Damian Grunow.

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