Zum Inhalt springen
Inhalt

Zürich Schaffhausen Mit Traktoren und Mistgabeln gegen die Gentech-Versuche

Am Samstag zogen Gentech-Gegner nach Zürich-Affoltern, zum Versuchsfeld der Forschungsanstalt Agroscope. Sie forderten ein Ende der Versuche und kritisierten das Risiko für Tier und Mensch. Agroscope kontert: Die Versuche lieferten Wissen - und das sei wichtig für die politischen Entscheide.

Ein junger Mann, daneben eine Mistgabeln, auf der Kartoffeln aufgespiesst sind.
Legende: Von gentechnisch veränderten Kartoffeln hielten die Demonstranten gar nichts. SRF

«SchReckenholz» - so bezeichneten die Demonstrantinnen und Demonstranten das Versuchsfeld der Agroscope. Vom Schwamendingerplatz zogen sie mit Traktoren und Transparenten zur Forschungsanstalt. Mit dabei auch internationale Gastrednerinnen und Gastredner, die über die Risiken von gentechnisch veränderten Lebensmitteln sprachen oder die multinationalen Agro-Konzerne kritisierten.

Gentech: Gefährlich oder wichtig?

«Die Bevölkerung hat die Nase voll», sagte Mitorganisator Urs Hans zum «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Der Biobauer und ehemalige Kantonsrat der Grünen ist überzeugt, dass die Versuche zu nichts führten. «Wir wollen, dass die Versuche gestoppt werden und wir fordern ein Verbot von gentechnisch veränderten Lebensmitteln in der Schweiz.»

Paul Steffen, verantwortlich für die Versuchsfelder, wehrt sich gegen die Vorwürfe der Gentech-Gegner. «Unser Auftrag ist es, Wissen zu generieren. Wissen, das später den Politikerinnen und Politikern hilft, ihre Entscheidungen zu treffen.» In der Schweiz gilt zur Zeit ein Gentech-Moratorium. Bis 2017 wird entschieden, ob es verlängert wird. Paul Steffen will die Proteste denn auch ernst nehmen. «Wir werden das Protestschreiben genau anschauen und auch darauf antworten», verspricht er.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

Versuche im Reckenholz

Auf der «Protected site» der Agroscope laufen zur Zeit zwei Versuche. Die Universität Zürich testet gentechnisch veränderten Weizen, der resistenter sein soll gegen Mehltau. Die Agroscope selbst experimentiert mit Gentech-Kartoffeln, um die Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule zu verbessern.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Oda Forchert, Winterthur
    "Wissengenerierung" für die Politiker = Forschung für die Wirtschaft. Umkehrschluss: Kein Wissen für meinen verunsicherten Mitmenschen. Vielleicht generiert gerade diese Haltung die hohe Antipathie? Verkommt die Schweizer "Forschung" der ETH im Agrar-Lebensmittelbereich zum Spielball der Wirtschaft, wie es uns das Alibi-Versuchsfeld im Reckenholz zeigt? Bitte eine klare Stellungnahme, in der eine menschliche Haltung gegenüber der Öffentlichkeit spürbar wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jean-Luc Wilhelm, Zug
    Herr Steffen, man braucht kein Wissen mehr zu generieren. Alles relevante Wissen ist seit dem Weltagrarbericht (und den nachfolgenden Berichten) da. Er spricht eine überdeutliche Sprache und Gentech kommt schlecht weg: Gentech wird schlicht nicht gebraucht - weder für höhere Erträge noch gegen den Hunger. Die Welt braucht Kleinbauern, die nach agro-ökologischen Methoden anbauen. - Ja, das ist nicht, was die Gentech-Lobby hören will, und widerspricht dem "pro Gentech"-gefärbten NFP 59 deutlich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Udo Schilling, Undervelier
    Es ist erschreckend, wie leichtfertig handfeste Argumente von Wissenschaftlern (die ja auf der Demo fundiert gesprochen haben) und vom Weltagrarbericht, wo 400 Experten mit gearbeitet haben einfach so vom Tisch gewischt werden. Und wie wenig von der Reporterin nachgefragt wird. Um über Gentechnik zu entscheiden, sollte man den Weltagrarbericht lesen, den ja die Schweiz unterschrieben hat. Reckenholz könnte so seine Kapazitäten für innovative Forschung nutzen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen