Molière und das Smartphone

Das Theater des Kanton Zürichs bringt eine moderne und farbige Inszenierung der Komödie «Tartuffe» auf die Bühne. Wegen des schlechten Wetters fiel die Premiere buchstäblich ins Wasser.


Szene aus «Tartuffe», Freilichttheater des Theaters Kanton Zürich Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Hausherr fällt aus allen Wolken: Tartuffe verführt seine Ehefrau. zvg/Theater Kanton Zürich

Die Schauspieler sind in farbige Kostüme gehüllt und geschminkt wie in einem Stummfilm aus den 20er Jahren. Sie wirken krank und blass. Gleichzeitig filmen sie sich mit einem Smartphone beim Tanzen. Nur einer hat keine Augenringe: Tartuffe.

Der scheinbar fromme Tartuffe hat sich unter dem Dach seines Gönners Orgon eingenistet. Der verblendete Hausherr überhäuft Tartuffe mit Geschenken und will dem Mann sogar seine Tochter zur Frau geben. Alle im Hause Orgon sind entsetzt und versuchen, den Hausherrn von der Wahrheit zu überzeugen. Doch was ist echt, was unecht?

Kurzweilig, witzig und eine prominente Besetzung

Das Stück besticht durch seine überraschenden Wendungen und den Witz der Schauspieler. Obwohl es über zwei Stunden dauert, kommt keine Langeweile auf.

Geschrieben von Molière zur Zeit von Louis XIV kommt auch der König selbst noch zu einem kleinen Auftritt. Wie auch die Schauspielerin Suly Röthlisberger, die man als Erika Bürgisser aus der SRF-Krimiserie «Der Bestatter» kennt. Sie spielt die Mutter des Hausherrn Orgon. Und ist die Einzige, die neben ihrem Sohn auch an den komischen Tartuffe glaubt.

Das Theater des Kantons Zürich tourt bis Mitte Juli durch verschiedene Gemeinden.