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Legende: Audio Christoph Blocher habe eine Parteizeitung erschaffen - entgegen der Ankündigungen, sagt die Untersuchung. abspielen. Laufzeit 03:12 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 22.01.2019.
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Nach Blocher-Übernahme Winterthurer Zeitung schlägt SVP-Kurs ein

Die «Winterthurer Zeitung» solle «mit lokalen Geschichten ohne politischen Hintergrund ausgebaut werden», sagte Herausgeber und Blocher-Mitstreiter Rolf Bollmann anlässlich der Übernahme im August 2017 gegenüber dem «Landboten», Link öffnet in einem neuen Fenster. Und: «Dass die Zeitung quasi von der SVP übernommen wird, ist dummes Zeug.»

Trotz dieser Ankündigung zeigt nun eine Studie des «Vereins für Medienvielfalt» gewichtige Verschiebungen im redaktionellen Teil der Zeitung.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie:

  • Seit der Übernahme sind noch 47 Prozent der redaktionellen Artikel unpolitisch oder politisch neutral. Vorher waren es 92 Prozent.
  • Vor der Übernahme wurde die SVP in 4 Prozent der Artikel genannt, danach in 30 Prozent der Artikel.
  • Vor den Wahlen im März 2018 wurde die SVP in 62 Prozent aller Artikel erwähnt.
  • Im selben Zeitraum fanden SP, Grüne und EVP keine Erwähnung.

Für die Studie hat der «Verein für Medienvielfalt» 44 Ausgaben ab März 2017 bis Dezember 2017 analysiert sowie 49 Ausgaben im 2018. Der Verein setzt sich ein für Medienvielfalt und sachbezogene Berichterstattung

Für Studienleiter und Medienwissenschafter Heinz Bonfadelli, ehemals Professor an der Universität Zürich, ist damit erwiesen, dass die «Winterthurer Zeitung» zu einer «SVP-Zeitung» geworden ist.

Es gibt ganz klar eine politische Tendenz.
Autor: Matthias ErzingerSprecher «Verein für Medienfreiheit»

Natürlich könne ein privater Verleger in seiner Zeitung schreiben, was er wolle, sagt Matthias Erzinger, Sprecher des «Vereins für Medienvielfalt». Das Problem: «Es wird behauptet, man sei neutral und unpolitisch, gleichzeitig hat man aber ganz klar eine politische Tendenz.» Diesen Widerspruch hätten sie aufzeigen wollen.

Rolf Bollmann von der Zeitungshaus AG wollte zu der Analyse der «Winterthurer Zeitung» nichts sagen. Er nehme sicher keine Stellung zu einer Studie eines linkspopulistischen Vereins und einem linken Medienwissenschafter, liess er via Mail ausrichten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber  (SeDem)
    Wenn das nicht eine teure Fehlinvestition wird. Am Ende werden es die Leser selber entscheiden, ob sie Tendenzöses lesen und dafür Geld bezahlen wollen. Und die Werbetreibenden werden sich überlegen, ob sie in einem solchen Umfeld ihre Waren und Services richtig platziert finden. Je plumper und penetranter das Ganze gemacht wird, desto schneller wenden sich die Leute ab.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Nun, das überrascht ja wohl kaum. Wenn mir die Inhalte nicht mehr passen, kann ich ja das Abo kündigen. Würde ich in diesem Fall ohne mit der Wimper zu zucken tun. Das gilt in meinen Breitengraden für BZ und Bund. Wehe, wenn die noch weiter nach Rechts abdriften - dann verweigere ich mich denen einfach. Heute hat mich der Bund im "kleinen Bund" auf der Titelseite hingegen wieder mal sehr positiv überrascht..., letzte Woche war es die BZ mit ihrem Kommentar zur Nichtwahl von Hess.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Wenn doch nur alle Tages- oder Wochenzeitungen im Land politisch inhaltlich auf die "Goldwaage" gelegt würden! Wenn die "Winterthurer Zeitung" öfters über die Arbeit in der wählerstärksten Partei berichtet, kann das ja nur einen gewissen Ausgleich zwischen den restlichen schweizerischen Tages-Zeitungen bedeuten, die alle völlig linksideologisch die Leser manipulieren! Das passt natürlich den "Einheits-Journalisten" und deren "Experten" gar nicht. Darum wird sofort verurteilt und gejammert!
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