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Nach Kritik: Sicherheitsvorkehrungen im Bundesasylzentrum werden gelockert
Aus Echo der Zeit vom 07.12.2019.
abspielen. Laufzeit 04:25 Minuten.
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Nach Kritik Sicherheitsvorschriften im Zürcher Asylzentrum werden gelockert

  • Der Bund hat aufgrund der Kritik am harten Regime im neuen Bundesasylzentrum in der Stadt Zürich «gewisse Anpassungen» vorgenommen.
  • Die Eingangskontrollen werden mit mehr Fingerspitzengefühl vorgenommen – Kinder und Babys werden nicht mehr durchsucht.
  • Kugelschreiber und Kaugummi werden den Asylsuchenden nicht mehr abgenommen.

Zu Beginn hätten es die Sicherheitsangestellten wohl etwas zu genau genommen, räumte Martin Bucher vom Staatssekretariat für Migration (SEM) vor den Medien ein. «Das haben wir korrigiert.»

Männer würden aber nach wie vor eingehend kontrolliert, vor allem jene, die neu im Zentrum seien. So soll verhindert werden, dass Drogen oder Waffen ins BAZ auf dem Duttweilerareal gelangen. «Wir geben unser Sicherheitskonzept nicht auf. An den Zutrittskontrollen wird grundsätzlich festgehalten», stellte Bucher klar.

Quittung vorzeigen

Ein Asylsuchender, der mit einem teuren Pullover von der Stadt zurück ins Zentrum kommt, muss also weiterhin eine Quittung vorzeigen, um zu beweisen, dass er den Pulli nicht gestohlen hat. Auch eigene, verderbliche Lebensmittel bleiben verboten, um Krankheiten zu verhindern. Gegessen wird, was das Catering liefert.

Auslöser für die minimale Lockerung des Sicherheitsregimes ist die Kritik der Stadt Zürich. Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) hatte persönlich beim SEM interveniert, weil der Betrieb seiner Meinung nach menschenunwürdig sei. Das Sicherheitsregime sei viel zu streng und werde von den Bewohnerinnen und Bewohnern als bedrohlich wahrgenommen.

Schaukel
Legende: Minderjährige müssen nicht mehr eine strenge Eingangskontrolle über sich ergehen lassen. Keystone

Kritik übte der Stadtrat auch an der Möblierung. Diese sei viel zu knausrig. Es fehle alles, was eine gewisse Wohnlichkeit ausmache. An der Möblierung wurde jedoch nichts geändert, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. Die 6er-Zimmer sind nach wie vor spartanisch eingerichtet, es gibt keine Vorhänge, keinen Tisch, keinen Stuhl.

Kontakt mit Bevölkerung harzt

Wohnlicher ist die Atmosphäre einzig im Begegnungsraum, in dem sich Asylsuchende und Quertierbewohnerinnen und -bewohner treffen und austauschen sollen. Nähmaschinen, ein Sofa und eine Küche vermitteln hier etwas Wohnlichkeit. Hier gibt es Pizza-Abende und Flüchtlingskinder basteln Meisen-Knödel, die sie nachher im Quartier aufhängen.

Der Kontakt mit der Bevölkerung ist allerdings noch nicht wirklich in Gang gekommen. Viele Aussenstehende würden sich gar nicht trauen, hereinzukommen. Oft würden sie leider nur durch die Scheibe gucken, sagte die zuständige Sozialpädagogin.

Im Moment wohnen im Bundesasylzentrum Zürich rund 150 Asylsuchende, knapp 50 davon sind Kinder. Platz bietet es für 360 Bewohnerinnen und Bewohner. Die Anlage wurde Anfang November in Betrieb genommen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Noch ein Gedankenimpuls: Sowas, wie "zu genau genommen", gibt es nicht. Entweder ist eine Angelegenheit klar geregelt und dann gehört es eingehalten, oder verboten, dann macht die Behörde das nicht. Oder etwa nicht geregelt, aber dann kann man ja nichts "zu genau" nehmen. Also es ist offenbar so geregelt, dass die Kinder auch gefilzt werden müssen. Aber dann wenn die Behörde jetzt zurückkrebst, dann gefälligst nicht wieder mit der Ausrede von "Einzelnen", die das "zu genau genommen" haben.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Tja, meine geäusserte Meinung ist halt unbequem, wird glatt nicht veröffentlicht. Also gut, belassen wir es dabei, man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen, das richtet es schon. Babys/Kinder werden sehr oft von den Eltern "zweckmässig" behandelt, sie sind unschuldig, bei ihnen würde man nie was vermuten. Klar, ist diese Binsenwahrheit unbequem, aber wer die kriminelle Energie besitzt, gesetzwidrig zu handeln, wird nicht gerade vom eigenen Kind auf "kleine Hilfeleistung" verzichten.
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  • Kommentar von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
    Die 6er-Zimmer sind nach wie vor spartanisch eingerichtet, es gibt keinen Tisch und keinen Stuhl..... Eigentlich hat doch jeder Mensch in der Schweiz Anrecht auf einen Tisch und einen Stuhl. Mir als Schweizerin und Steuerzahlerin hat der Staat (die Gemeinde 8903 Birmensdorf) im Jahr 1993 mein Tisch und meine Stühle, welche ich mit harter Arbeit in unseren Spitälern selber verdient hatte, weggenommen und an eine Asylbewerberfamlie im Dorf verschenkt! Das bleibt nicht ungehört im Lande!!!
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    1. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Ihnen Wurde bestimmt ganz Wirkürlich Tisch und Stühle Weggenommen. Komische Geschichte, da scheint noch was zu Fehlen.
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    2. Antwort von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
      Hr. Stalder, es handelt sich tatsächlich um eine sehr eigenartige Geschichte, welche aber noch hohe Wellen schlagen wird im Lande.
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    3. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Frau Holzhammer, da bin ich auch gespannt. Zudem muss man festhalten, dass ein Asylantenkind dem Staat tendenziell viel mehr kostet, als ein Schweizer Kind im gleichen Alter. Es ist unbestritten: Integrationsmaschinerie, Deutschlernen, Betreuung, statistisch gesehen hohe Wahrscheinlichkein von med. Kosten, schon wegen "Traumata" usw. Es wurde Ihnen und also nicht nur Tisch&Stühle weggenommen, Frau Holzhammer. Es ist viel mehr, in Form von Steuerngelder. Langsam ufert es tatsächlich aus.
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