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Nächtliche Krawalle Zürichs neue Polizeivorsteherin will jetzt doch Bodycams

Nach den Gewalttaten gegen Polizisten und Sanitäter vom Wochenende verspricht Karin Rykart Massnahmen.

Legende: Video Massnahmen nach Attacken auf Zürcher Stadtpolizei abspielen. Laufzeit 05:13 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 20.08.2018.
  • Bodycams sollen so bald als möglich eingeführt werden, verspricht die Grüne Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart an einer Medienkonferenz.
  • Als weitere Massnahme sollen an neuralgischen Punkten mehr temporäre Überwachungskameras installiert werden.
  • Sowohl Rykart als auch Polizeikommandant Daniel Blumer verurteilten die Angriffe auf Rettungskräfte und Polizisten scharf.

Die Ereignisse seien schockierend und inakzeptabel. «Hätten die Polizisten am Samstagabend Bodycams getragen, hätten wir hervorragende Bilder machen können», sagte der Zürcher Polizeikommandant Daniel Blumer vor den Medien. Leute, die derart gewalttätig gegen andere Menschen vorgehen, seien kriminell. «Man muss sie überführen und verurteilen.»

Immer mehr Gewalt gegen Polizisten

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Von Januar bis Juli 2017 zählte die Zürcher Stadtpolizei gemäss Polizeikommandant Daniel Blumer 60 Fälle im Zusammenhang mit Gewalt und Drohung gegen Beamte. Fünf Personen wurden dabei verletzt. In der gleichen Periode in diesem Jahr waren es bereits 88 Fälle – mit elf Verletzten. «Der Trend setzt sich fort», sagte Blumer.

Karin Rykart hat deshalb dem Stadtrat einen Antrag gestellt, Polizeibeamte mit Bodycams auszurüsten. «Meine Mitarbeiter brauchen einen besonderen Schutz», sagte sie.

Noch im Frühling hatte Rykart das Projekt wegen Datenschutzbedenken sistiert. «Was sich geändert hat: Ich bin jetzt Sicherheitsvorsteherin», sagt Rykart dazu. Sie habe eingesehen, dass diese Körperkameras eine schützende Wirkung für Polizistinnen und Polizisten haben.

Bodycams haben deeskalierende Wirkung gezeigt

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In einem 36-wöchigen Pilotversuch wurde letztes Jahr in Zürich der Einsatz von Bodycams getestet. Die Auswertungen zeigten, dass die Kameras eine deeskalierende Wirkung haben. Die Polizisten wurden weniger geschubst und getreten. Die Kameras wurden immer dann eingestellt, wenn etwa eine Personenkontrolle zu eskalieren drohte.

Langer politischer Prozess

Unklar sei aber noch, wann genau die Bodycams und auch die zusätzlichen temporären Überwachungskameras zum Einsatz kommen. Der politische Prozess, so Rykart, sei noch nicht abgeschlossen. Zuerst muss der Stadtrat darüber befinden. Heisst dieser den Antrag gut, kommt das Geschäft in den Gemeinderat, der für die nötige Rechtsgrundlage zuständig ist.

Zu den Ausschreitungen am späten Samstagabend hat die Stadtpolizei Zürich noch keine Fahndungserfolge vorzuweisen.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Schnidrig (3646)
    Mir tun alle Stadtzürcher leid, die damals bürgerlich gewält haben. Jedoch hat sich die Linke bereit erklärt, die Situation nochmals zu prüfen. Da kann man in diesem Fall nur sagen, leider leben wir in einer Demokratie. Und nun wird alles verwässern, so wie immer. Und die Bürgerlichen müssen machtlos zusehen, wie ihre Stadt mehr und mehr vor die Hunde geht. Leute, es ist nicht verboten bürgerliche zu wählen, das ist nicht rassistisch, das ist schweizerisch
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    @Koller:Wenn man Ausreden sucht dann findet man. Ich habe meine Meinung auch schon geändert, aber nicht auf Druck der Öffentlichkeit. Auch nicht aus Angst, ein Amt zu verlieren. Zudem erscheint mir die Dame recht hilf- u. konzeptlos. Das Problem kam ja nicht von jetzt auf gleich, sondern besteht schon lange. Aber da sind die Linken halt dauern im Clinch zw. Ideologie u. Realität, vor allem in diesem Amt.
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    1. Antwort von Edi Steinlin (Chäsli)
      Der jetzige Stadtrat wurde von den Stadtzürcher Wähler ernannt. Sie ist nicht die einzig die rat- und hilflos ist und bleibt.
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    2. Antwort von Jürg Brauchli (Rondra)
      @Steinlin:Natürlich ist das so! Aber die Ämterverteilung geschieht danach. Ergo ist sie als Stadträtin gewählt worden und nicht als Vorsteherin des Sicherheitsdepartements und musste, durfte dann die Nachfolge des Hern Wolff antreten, dem man dieses Dept. weggenommen hat. Irre ich mich da etwa?
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    3. Antwort von Edi Steinlin (Chäsli)
      Meines Wissens wollte Wolff die Polizeiamt abgeben, dies aus privaten Gründen.
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  • Kommentar von Christoph Lorenz Aeberhard (Kuli)
    Wie rtichtig hat Herr Daniel Blumer von der KAPO Zürich diese Horde von Menschen als kriminelle Deklariert und sie sind auch so zu behandeln und zur Verantwortung zu ziehen leider liegt das Problem im Verlust in der Sprache zu den Inhalten des geschriebenen Worts diese Menschen können zwar die Buschstaben richtig an einander reihen sehen jedoch keinen bezug zu den einzelnen Wörtern dass sind die neuen Analphabeten " nichts verstehen " sprechen deutsch ?
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    1. Antwort von Edi Steinlin (Chäsli)
      Oberst Daniel Blumer ist Kommandant der Stadtpolizei Zürich, ansonsten verstehe ich diesen wirren Beitrag nicht.
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