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Nein zu privatem Altersprojekt Winterthurer Parlament will kein Land mehr verkaufen

Die städtischen Areale beim Zeughaus und in Wülflingen sollen nicht an einen privaten Investor gehen.

Platz in der Altstadt mit Fussgängern
Legende: Winterthur hat schon viele städtische Flächen verkauft. Jetzt soll die Stadt damit haushalten. Keystone

Die Stadtregierung hatte mit der Stella Vitalis Real Estate AG bereits Vorverträge abgeschlossen. Die private Betreiberin von Alterseinrichtungen plante auf einem Teil des städtischen Zeughausareals 80 Alterswohnungen und auf einem städtischen Grundstück in Wülflingen ein Heim für Demenzkranke.

Bedarf nicht klar nachgewiesen

Doch eine Mehrheit des Stadtparlaments sprach sich gegen den Verkauf der beiden Grundstücke aus. Dies vor allem aus zwei Gründen: Erstens sei der Bedarf nach solchen Plätzen nicht klar nachgewiesen, zweitens müsse Winterthur mit seinen wenigen verbliebenen, städtischen Grundstücken haushälterisch umgehen, um überhaupt noch die Zukunft planen zu können.

Umsonst hielten SVP und CVP dagegen. Senioren sollten die Wahl haben zwischen privaten und städtischen Einrichtungen, fand CVP-Gemeinderätin Iris Kuster. Und SVP-Gemeinderat Tobias Brütsch warnte davor, dass grössere Firmen von Winterthur fernbleiben könnten, wenn sie in der Stadt kein Land mehr kaufen dürften.

Doch Votanten von Grünen, SP und EVP betonten, dass eine Vergabe im Baurecht die bessere Lösung gewesen wäre – die private Investorin hatte dieses Angebot jedoch ausdrücklich abgelehnt. Sogar die FDP schlug sich auf die rotgrüne Seite und entschied sich gegen den Verkauf der Grundstücke.

Wenn Private das Risiko in Kauf nehmen, hätte man es ihnen überlassen können.
Autor: Mike KünzleStadtpräsident Winterthur

Stadtpräsident Michael Künzle war enttäuscht. Einen dringenden Bedarf nach mehr Alters- und Demenzplätzen in der Stadt Winterthur konnte er zwar momentan auch nicht nachweisen. Die Gefahr, Überkapazität zu schaffen, bestehe immer, sagte Künzle gegenüber dem Regionaljournal. «Aber wir hatten Private, die sich dafür interessierten, die auf diesen Markt wollen und die keine Angst hätten vor solchen Überkapazitäten. Wenn Private dieses Risiko in Kauf nehmen, dann hätte man ihnen dieses Risiko auch überlassen können.»

Vorgeschmack auf Abstimmung

Die Ratsdebatte zum Verkauf der beiden Grundstücke stand bereits im Zeichen der Volksabstimmung vom 25. November. Dann entscheiden die Winterthurerinnen und Winterthurer, ob die Stadt ihren Grund und Boden in Zukunft generell nicht mehr verkaufen, sondern nur noch im Baurecht abgeben soll.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Hört auf, jeden Flecken grün das noch bleibt zu überbauen. Wir wollen atmen und die Natur geniessen. Zementklötze hat es bereits genug. Das Leben wieder lebenswerter machen.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Das totale Dilemma. Land wird knapp, die Preise steigen. Die Einen wollen neue Firmen anziehen, die Andern in die Höhe bauen. Einige den Verkehr verbannen, aber das Gewerbe unterstützen. Der ÖV ächzt in den Stosszeiten, bringt aber Steuerzahler in die Region. Betrachte ich das Ergebnis unter dem Strich kommt für mich nur Redimensionierung in Betracht, halt mit gewissen Einbussen an unnötigem "Luxus". Dafür etwas mehr Lebensqualität.
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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Die Stadt ist sowieso zu stark gewachsen, die Verschuldung aus dem Grund horrend geworden. Ich befürworte jeden dämpfenden Faktor bezüglich weiteren Wachstums. Sollten also Landverkäufe Firmen abschrecken, hierher zu ziehen (=neu zu bauen in diesem Fall), dann begrüsse ich das!
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