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Neue Regeln für Mieter Reiche werden in Zürich aus den städtischen Wohnungen verbannt

In Zürich wird die Schraube bei der Vermietung von städtischen Wohnungen angezogen. Das Nachsehen haben die Reichen.

Legende: Video «Reiche werden aus städtischen Wohnungen verbannt» abspielen. Laufzeit 2:33 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 15.11.2017.

Wohnungen der Stadt Zürich sind verhältnismässig günstig – und deshalb begehrt. Lang wurde darüber gestritten, wie reich eine Person sein darf, um Anspruch auf eine günstige, städtische Wohnung zu haben.

Die Lösung:

Die Spezialkommission Finanzdepartement des Gemeinderats hat nun einen Kompromiss ausgearbeitet. Wer in Zürich eine städtische Wohnung mieten will, darf beim Antritt des Mietverhältnisses nicht mehr als das Vierfache des Mietzinses verdienen. Zudem verlangt die Kommission, dass Mietzins und wirtschaftliche Verhältnisse der Bewohner auch während der Mietdauer überprüft werden können. Dies hatte der Zürcher Stadtrat abgelehnt.

Die Bewohner von städtischen Wohnungen sollen im Verlauf der Zeit zwar mehr verdienen können. Doch soll der Anteil derer, die mehr als das Sechsfache des Mietzinses einnehmen, maximal 15 Prozent betragen. Wird diese Quote überschritten, wird zu reichen Mieterinnen und Mietern gekündigt.

Die Reaktionen:

Die Parteien in der Stadt Zürich – von links bis rechts – sind sich einig: Sie befürworten den Kompromiss der Spezialkommission. Einzig die Alternative Liste AL äussert Bedenken, ist grundsätzlich aber auch mit der Lösung einverstanden.

So begann die Diskussion um die städtischen Wohnungen

Erstmals gingen die Wogen hoch, als vor fast vier Jahren bekannt wurde, dass eine Zürcher Gemeinderätin eine städtische 3-Zimmer-Wohnung in Wollishofen bewohnte - und dies bei einem Einkommen von rund 200'000 Franken. Sie musste ausziehen und wurde abgewählt. Daraufhin wurden zahlreiche weitere Fälle bekannt. Fälle von wohlhabenden und prominenten Zürcherinnen und Zürchern, die ebenfalls in einer günstigen, städtischen Wohnung leben. Dazu kamen Filz-Vorwürfe, weil die Vergabepraxis nicht genügend transparent war. Der Stadtrat wurde in der Folge aktiv und legte neue Kriterien fest. Diese gingen der zuständigen Kommission im Zürcher Gemeinderat zu wenig weit. Nach drei Jahren hat sie nun heute ihren Kompromiss präsentiert.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Der Grossverdiener reduziert sein Arbeitspensum auf 50% für 3 Mte., bekommt eine Arbeitgeberbestätigung, schliesst den Mietvertrag ab, danach arbeitet er wieder in Vollpensum. Dann hat er seine heissbegehrte Wohnung für paar Jahre und ihm juckt die Pensumsreduktion für 3 Mte. nicht. So einfach ist es, diese blauäugige Regelung zu umgehen.
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  • Kommentar von Hans Klein (HansKlein)
    die armen Reichen! Eine Tränchen, bitte! Wie wäre es, den Spiess umzudrehen? Mietinteressenten müssen nicht mehr angeben, wieviel sie verdienen und die Wohnungen werden unter allen Interessenten verlost. Anschliessend müssen sie dann nur 1/6 ihres Monatsnettos als Miete zahlen. Vermieter, die sich dann den Besitz der Wohnung nicht mehr leisten (zu) können (meinen), dürfen diese gern zum Erstellungspreis abzüglich der Abnutzung an die Gemeinden verkaufen. Das (Los) wäre fair (für alle), oder?
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Ich fordere Gratistaschentücher für all die armen Reichen, die sich jetzt eine Wohnung suchen müssen, die so viel kostet, wie sie für ihre eigenen Wohnungen, die sie vermieten, verlangen. Mein herzlichstes Beileid an all diese armen Reichen, die zu viel für eine günstige Wohnung verdienen. Das ist etwa gleich schlimm, wie viel Steuern bezahlen müssen, weil man viel verdient.
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