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Legende: Audio Strafantrag noch offen abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 17.04.2019.
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Neuer Prozess «Carlos» in 29 Fällen angeklagt

Der einst bekannteste Jugendstraftäter der Schweiz kommt erneut vor Gericht: Insgesamt 29 Fälle listet die Anklage auf.

Die 29 Delikte, welche dem unter dem Pseudonym «Carlos» bekanntgewordenen, heute 23 Jahre alten Mann vorgeworfen werden, ereigneten sich in den Jahren 2017 und 2018 in verschiedenen Haftanstalten. Es handelt sich um versuchte schwere Körperverletzung, um einfache Körperverletzungen, um Sachbeschädigungen und um mehrere Fälle von Drohungen und Gewalt gegen Beamte.

Zu seinen Opfern gehörten neben dem Gefängnispersonal auch andere Gefängnisinsassen. Der Sachschaden, den «Carlos» angerichtet haben soll, beträgt 40'000 Franken.

Droht Verwahrung?

Der gravierendste Fall ereignete sich im Sommer 2017 in der Strafanstalt Pöschwies in Regensdorf ZH. Insgesamt sieben Aufseher waren involviert. Einer musste zur Kontrolle ins Universitätsspital Zürich gebracht werden.

Der Prozess findet am Bezirksgericht Dielsdorf statt. Der Zeitpunkt ist noch nicht bekannt. Der zuständige Staatsanwalt Ulrich Krättli will seinen Strafantrag erst am Prozess bekanntgeben. Damit bleibt auch offen, ob er eine Verwahrung für «Carlos» beantragt.

In der Pöschwies sass «Carlos», weil er im März 2017 wegen versuchter schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Er hatte 2016 einen flüchtigen Bekannten beim Aussteigen aus dem Tram niedergeschlagen. Dieser brach sich den Kiefer.

Der bekannteste Jugendstraftäter der Schweiz

«Carlos» war durch einen SRF-Dokumentarfilm im Sommer 2013 landesweit bekannt geworden. Nach der Ausstrahlung entflammte eine hitzige Diskussion über Sinn und Kosten der Behandlung junger Straftäter. Besonders zu reden gab sein «Sondersetting» mit Thaibox-Training.

Der Fall «Carlos» war mit ein Grund, weshalb der grüne Zürcher Regierungsrat und Justizdirektor Martin Graf im Frühling 2015 abgewählt wurde.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Samy Cantieni  (SamyC)
    Blick hat schweizweit gegen das anscheinend funktionierende Sondersetting Stimmung gemacht und so diese neuen Straftaten quasi direkt vrschuldet. Statt 28000/Mt jetzt wohl längerfristig 54000/Mt. Ich wäre fafür dass Blick diese Mehrkosten übernehmen muss. Wer auch nur blasse Ahnung von Entwicklungspsychologie hat weiss dass Carlos selber wenig dafür kann. Er war schlicht Opfer seiner Umstände. Ein Beibehalten des Sondersettings trotz Blick-Plärrerei hätte die jetzige Sutuation wohl verhindert.
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Ach stimmt, den gibt's ja auch noch. Ich hätte ienen Vorschlag: Ruft RTL an. Dschungelcamp. Lebenslang.
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  • Kommentar von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
    Limmattaler Zeitung, 21. Dezember 2018: Eine Verwahrung wäre für den mittlerweile 23 Jährigen "schlimmer als die Todesstrafe. Sie würden mich damit lebendig begraben", sagte er gegenüber der NZZ. "Klar bin ich kein Engel, aber die machen mich zu einem Monster. Die Wahrheit aber liegt wohl irgendwo dazwischen." --- Das Original von diesem Zeitungsartikel ist bei mir!!!
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