Neuer Swissport-GAV: «Wir sind froh, konnten wir uns einigen»

Nach über einem halben Dutzend Gesprächsrunden seit dem Frühling haben sich Swissport Zürich und die Gewerkschaften auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag für das Bodenpersonal geeinigt. Er bringt unter anderem Verbesserungen für Angestellte im Stundenlohn.

Ein Mitarbeiter von Swissport wuchtet einen Reisekoffer vom Gepäckband. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mitarbeiter von Swissport sind unter anderem für die Flugzeugbeladung zuständig. Keystone

Lange sah es nicht so aus, als ob sich Swissport und die Gewerkschaften einigen könnten. Ein Personalverband (Push) hatte empört die Gesprächsrunde verlassen. Die beiden anderen Gewerkschaften VPOD und KV Schweiz glaubten jedoch an eine Einigung. Diese kam nun nach harten Verhandlungen zustande: Der neue Gesamtarbeitsvertrag gilt ab Januar 2014 für zwei Jahre.

GAV neu auch für Stundenlöhner

Die wesentlichsten Änderungen: Neu unterstehen auch die rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stundenlohn dem Gesamtarbeitsvertrag. Auf der anderen Seite müssen 25- bis 34jährige Einbussen bei der Altersvorsorge hinnehmen. Ihre Beiträge werden auf das gesetzliche Minimum beschränkt. Weitere Forderungen von Swissport, wie die Reduktion von Ferientagen oder die Abschaffung des Altersrücktritts mit 63, sind vom Tisch.

Allseits zufriedene Gesichter

Alle Verhandlungspartner zeigen sich mit dem Kompromiss zufrieden. Man könne mit gutem Gewissen vor die Angestellten hinstehen, sagt Benedikt Gschwind vom KV Schweiz gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Per Saldo sind die Anstellungsbedingungen bei Swissport gut.» Und auch Swissport-Chef Willy Ruf ist erleichtert. «Wir sind froh, dass wir uns einigen konnten.» Man habe ein Paket schnüren können, bei welchem es nicht zu einem Lohnabbau komme.

«  Es wird 2014 niemand weniger Lohn haben, als er es 2013 hat. »

Willy Ruf
CEO Swissport Zürich

Dass überhaupt über einen neuen GAV verhandelt wurde, hat mit dem rauen Umfeld in der Luftfahrtbranche zu tun. Die Fluggesellschaften müssen sparen und geben den Spardruck auch an ihre Zulieferer weiter. Zudem steht Swissport in Konkurrenz mit drei weiteren Bodenabfertigungs-Gesellschaften am Flughafen Zürich.