Neues Fussballstadion: Clubs investieren Herzblut statt Geld

Wir mischen uns nicht in die Politik ein. Das war die Botschaft der Zürcher Fussballclubs vor der Abstimmung zum Hooligan-Konkordat. Doch wenn es um ihr eigenes Stadion geht, mischeln sie fröhlich mit - mit Aktionen und Abstimmungsbudget. Am 150 Millionen-Bau wollen sie sich aber nicht beteiligen.

Eine Reihe Leute steht vor drei Flaggen von FCZ, GC und der Stadt Zürich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gemeinsam und mit viel Personal wollen FCZ und GC für das Stadion kämpfen. Hier auf dem Hardturm. Keystone

«Es geht um eine neue Heimat, da ist es logisch, dass wir uns engagieren», sagt GC-Sprecher Adrian Fetscherin. Um die Werbetrommel für das neue Fussballstadion auf dem Hardturm zu rühren, touren GC und der FCZ seit Donnerstag mit einem Bus durch die Quartiere. Am Züri Fäscht ist ein grosses Zelt geplant und ein Grümpel-Turnier gibt es auch.

Die Clubs tun viel, um endlich ein richtiges Fussballstadion zu erhalten. «Das Letzigrund-Stadion ist nicht fussballtauglich, sagt FCZ-Präsident Ancillo Canepa gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Es werde nicht nur sicherer. Canepa erwartet mit im neuen Stadion auch mehr Zuschauer und mehr Einnahmen.

«  Damit steigen die Chancen für eine erfolgreiche Zukunft des Profifussballs in Zürich. »

Ancillo Canepa
FCZ-Präsident

«Kein Widerspruch»

Trotz des grossen persönlichen Engagements, ist nicht vorgesehen, dass sich die Clubs beim Bau des Stadions finanziell im grossen Stil beteiligen. «Das ist kein Widerspruch», findet Adrian Fetscherin. «Der FCZ und GC beteiligen sich stark am Stadion - zum Beispiel bei den Sicherheitskosten.» Und Ancillo Canepa betont: «Wir investieren im Abstimmungskampf vor allem Herzblut und persönliches Engagement.»

Widerstand gegen das Stadion wächst

Lange sah es so aus, als ob auch die Politik voll hinter dem neuen Stadion stehe. Im Zürcher Stadtparlament wurde das Geld für den Bau mit 101 Ja zu 15 Nein-Stimmen klar gutgeheissen. Doch jetzt regt sich Widerstand. Auch innerhalb der grossen Parteien ist der Gesamtkredit in der Höhe von 220 Millionen Franken umstritten.

Bei FCZ und GC ist man dennoch zuversichtlich: «Wir, die beiden Clubs, haben die Anwohner im Boot. Sie sind begeistert», ist Ancillo Canepa überzeugt. Ausserdem habe Fussball gesellschaftspolitisch eine grosse Bedeutung. «Wir tun viel für die Jugend. Da lohnt es sich für die Stadt, auch in den Sport zu investieren.»