Neues Sanierungsprojekt der KBA Hard aufgegleist

Die lange Geschichte KBA Hard von Schaffhausen soll ein Ende finden: die Anlage soll endlich auch Grünabfall vergären können. Für die Sanierung der Anlage braucht es einen Planungskredit von 250'000 Franken. Die Sanierungsmassnahmen selbst werden aber rund zwei Millionen Franken kosten.

Auf dem Bild sichtbar sind mehrere grosse Silos der KBA Hard. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Vergärungsanlage der KBA Hard. ZVG

Viel Geld floss bereits in die Kehrichtbehandlungsanlage Hard (KBA Hard). Nun müssen die vier Verbandsgmeinden Schaffhausen, Neuhausen, Feuerthalen und Flurlingen noch einmal tief in die Tasche greifen. Sie wollen mit einem Planungskredit von 250'000 Franken testen, ob die geplante Sanierung der Anlage funktioniert. In Neuhausen und Schaffhausen haben die Parlamente das letzte Wort dazu.

Ziel ist, ab 2016 die Anlage ohne Defizit betreiben zu können und neben dem normalen Kehricht auch Grünabfall aufzubereiten. Aus Bioabfall soll Gas und Strom werden. Grosse Teile der Anlage funktionieren nun. Noch fehlt allerdings die Schnittstelle zwischen der Zerkleinerung des Bioabfalls und der Vergärung. Gemäss verschiedenen Untersuchungen würde die Sanierung der Anlage noch einmal rund 2 Millionen Franken kosten.

Chronologie der Ereignisse

  • 2007, März: Stimmberechtigte von Schaffhausen, Neuhausen am Rheinfall, Feuerthalen und Flurlingen sagen ja zu einem Kredit von 29 Mio. Franken für die Sanierung und Erneuerung der Kehrichtbehandlungsanlage (KBA) Hard.
  • 2008: Das Vorhaben ist gemäss Vorlage weder technisch machbar noch innerhalb des bewilligten Kredits realisierbar.
  • 2008, Ende: Bau- und Verwaltungskommission beschliessen, die Erneuerung der KBA Hard mittels eines neuen Verfahrens zu realisieren.
  • 2009, September: Spatenstich für die notwendigen Anlagen.
  • 2010 bis 2011: Versuchsweise Inbetriebnahme der Anlage. Ein neuartiges Abfalltrennverfahren funktioniert nicht wie gewünscht.
  • 2013: vorübergehender Investitionsstopp aufgrund technischer Schwierigkeiten, Störanfälligkeiten und Kostenüberschreitungen.
  • 2014, Februar: Ein Teil der Anlage wird stillgelegt, um das massive Betriebsdefizit einzuschränken.
  • 2014, Juni: Erste Massnahmen, damit die KBA Hard wieder Gewinn abwirft. Die Anlage schreibt aber immer noch Verluste von rund einer Million Franken im Jahr.