Neun Zürcher Gemeinden wollen zusätzliche Hilfe

Weil sie schlecht gelegen sind oder eine hohe Sozialhilfequote haben, verlangen neun Zürcher Gemeinden zusätzliche finanzielle Unterstützung vom Kanton – einen sogenannten Sonderlastenausgleich. Dafür müssen die Gemeinden ihre Steuern erhöhen.

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Bildlegende: Hat mit besonders hohen Sozialkosten zu kämpfen und will deshalb mehr Unterstützung vom Kanton: Dietikon. Keystone

Neun Gemeinden sind es: Bachs, Dietikon, Fischenthal, Hirzel, Hofstetten, Hütten, Ossingen, Rifferswil und Waltalingen. Diese neun Gemeinden haben beim Kanton Zürich ein Gesuch gestellt für einen individuellen Sonderlastenausgleich.

Seit diesem Jahr steht den Zürcher Gemeinden diese Option offen. «Es haben sich zwei Arten von Gemeinden gemeldet», sagt Heinz Montanari vom Zürcher Gemeindeamt. «Kleine, strukturschwache und grosse mit einer hohen Sozialhilfequote.»

Steuern erhöhen

Der Kanton wird die Gesuche nun prüfen. Um die Ausgleichszahlungen zu erhalten, müssen die jeweiligen Gemeinden ihre Steuern im nächsten Jahr erhöhen auf den maximalen Steuerfuss von 129 Prozent.

Aus diesem Grund habe er sich nur «schweren Herzens» dazu entschieden, den Sonderlastenausgleich zu beantragen, sagt der Waltalinger Finanzvorstand Stefan Griesser. Da die Gemeinde jedoch nur 700 Einwohner zählt und diese eher tiefe Einkommen und Vermögen haben, habe es keine andere Lösung gegeben. Griesser hofft auf 600 000 Franken, die nun vom Kanton in die Gemeindekasse fliessen.

Nur vorübergehende Lösung?

Anders die Situation in Dietikon. Die Gemeinde hat einen hohen Ausländeranteil. «Die Integration verursacht hohe Kosten in der Schule und auch in der Sozialhilfe», erklärt Stadtpräsident Otto Müller gegenüber dem Regionaljournal. «Diese Kosten ersparen wir anderen Gemeinden». Für Müller kann der Soziallastenausgleich jedoch nur eine Zwischenlösung sein. Längerfristig müsse der kantonale Lastenausgleich besser ausgestaltet werden. Dann bekäme Dietikon zusätzliche Mittel vom Kanton ohne den Steuerfuss erhöhen zu müssen.