Kältewelle Noch kein Ansturm auf Zürcher Notschlafstellen

Trotz eisigen Temperaturen gibt es in den Zürcher Notschlafstellen noch genügend Plätze. Bei den Sozialwerken Pfarrer Sieber, die zwei Einrichtungen betreiben, haben die Übernachtungszahlen nicht zugenommen.

Gut belegt, aber nicht überbelegt: der «Pfuusbus» von Pfarrer Sieber. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gut belegt, aber nicht überbelegt: der «Pfuusbus» von Pfarrer Sieber. zvg

Schneefall und Temperaturen, die in der Nacht auf bis minus acht Grad fallen. Der Winter ist auch in Zürich angekommen. Für Obdachlose ist das häufig ein Problem. Trotzdem suchen sie nicht häufiger als sonst die Notschlafstellen auf. «Wir haben noch Platz», gibt denn auch Walter Von Arburg von den Sozialwerken Pfarrer Sieber Entwarnung.

Offenbar genügend andere Übernachtungsmöglichkeiten

Die Sozialwerke betreiben in Zürich zwei entsprechende Einrichtungen: Den «Pfuusbus» im Albisgüetli, der sich an alle Obdachlosen richtet, und das «Iglu» in Seebach, welches vor allem für Ausländer gedacht ist, die in Zürich eine Stelle suchen, aber auf der Strasse gelandet sind. Beide Einrichtungen seien gut ausgelastet, aber nicht voll. «Die letzten Tage brachten jedoch keine grossen Veränderungen.»

Weshalb der grosse Run trotz tiefen Temperaturen ausblieb, ist nicht klar. «Wir vermuten, es hat damit zu tun, dass diese Leute zurzeit in Abbruchliegenschaften übernachten können».

Auch in der städtischen Notschlafstelle hat es noch Platz

Auch die städtische Notschlafstelle ist noch nicht ausgebucht, wie es auf Anfrage beim Sozialdepartement heisst. Ohnehin ist die städtische Notschlafstelle in den Wintermonaten schlechter ausgelastet als im Frühling und Sommer. Der Grund: Solange der «Pfuusbus» von November bis April in Betrieb ist, übernachten viele Obdachlose offenbar lieber bei Pfarrer Sieber als bei der Stadt.