Nur der Kantonsrat könnte auch die Polizeichefs rauswerfen

Die Reaktionen auf den Masterplan von Stadt und Kanton für das Zürcher Kasernenareal sind durchzogen. Kritisiert wird vor allem, dass der Kanton nicht das ganze Polizeikorps ins neue Polizei- und Justizzentrum zügeln will. Druck ausüben, damit das doch noch passiert, kann einzig noch der Kantonsrat.

Die Militärkaserne (rechts) wird neu zum Schulgebäude, die Polizeikaserne daneben, bleibt, was sie ist. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Militärkaserne (rechts) wird neu zum Schulgebäude, die Polizeikaserne daneben, bleibt, was sie ist. Keystone

Die Militärkaserne soll in ein grosses Erwachsenenbildungszentrum mit öffentlichem Restaurant verwandelt werden, in die historischen Zeughäuser können Kleingewerbler, Kulturschaffende und Sozialunternehmen einziehen. Aber nicht ganz alles wird neu: Die Polizeikaserne bleibt eine Polizeikaserne. Anders als das Korps ziehe die Kommandozentrale aus Kostengründe nicht ins neue PJZ. Dies unterstrich der kantonale Baudirektor Markus Kägi bei der Präsentation des Kasernenareal-Masterplans einmal mehr.

«Ein Versprechen gebrochen»

Doch das stösst auf Widerstand: Die Quartierbevölkerung, Politiker von Links bis Rechts und auch der Stadtzürcher Hochbauvorsteher André Odermatt drängen darauf, dass auch die Polizeikaserne für eine neue Nutzung frei wird. «Das widerspricht dem, was Kägi einmal versprochen hat. Das ist enttäuschend», sagt etwa Markus Hungerbühler, Präsident der Stadtzürcher CVP.

Eine Volksabstimmung über die neue Nutzung des Kasernenareals ist indes nicht geplant. Der Kantonsrat muss aber über den Kredit für die Umnutzung der Militärkaserne abstimmen. Kägis Kritiker wollen nun über diese Abstimmung Druck aufbauen: Die Schule kann nur hinein, wenn die Polizei nebenan auszieht.