NZZ bestätigt Schliessung der Druckerei in Schlieren

Die Verhandlungen mit Angestellten und Gewerkschaften brachten nichts: Die NZZ schliesst Mitte Jahr ihr Druckzentrum in Schlieren. 125 Angestellte verlieren ihre Stelle.

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Bildlegende: Wird ab Mitte Jahr nicht mehr in Schlieren gedruckt: Die NZZ. Keystone

Ende November hatte die NZZ mitgeteilt, dass sie ihr Druckereizentrum in Schlieren schliesse, da hohe Investitionen nötig gewesen wären.

Im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahrens konnten die Betriebskommission und die Gewerkschaften Vorschläge unterbreiten, um die Schliessung doch noch zu verhindern. Auf zwanzig Seiten versuchten sie darzustellen, dass die Druckerei rentabel sei.

«Immer noch die richtige Lösung»

Diese Massnahmen habe man genau studiert, sagt Konzernchef Veit Dengler gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Dennoch sei der Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, «dass die Schliessung für die NZZ-Gruppe immer noch die richtige Lösung ist». Damit werden NZZ und «NZZ am Sonntag» künftig bei der Konkurrentin Tamedia gedruckt.

Frankenstärke macht Stellensuche noch schwieriger

Für 125 Mitarbeiter heisst das nun, dass sie ihre Stelle definitiv verlieren. Die Stellensuche dürfte für sie noch schwieriger werden als im November befürchtet. «Wegen des Eurozerfalls haben viele Firmen ihre Stellenangebote wieder zurückgezogen», sagt Roland Enderli von der NZZ-Betriebskommission.

Gewerkschaft will Aktionäre entscheiden lassen

Die Gewerkschaft Syndicom will noch nicht aufgeben. Ihr Sprecher Dominik Dietrich sagt, der Entscheid sei widerrechtlich: «Die Statuten der NZZ sehen vor, dass ein solcher Entscheid nicht vom Verwaltungsrat, sondern von den Aktionären gefällt werden muss». Syndicom werde deshalb darauf drängen, dass der Schliessungsentscheid der Generalversammlung vorgelegt wird. Wenn alles nichts nütze, werde man sich dafür einsetzen, dass es für die Entlassenen wenigstens einen guten Sozialplan gebe.