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ÖV in Zürich Künftig kein Nachtzuschlag mehr in Bus und Tram

  • Der Zuschlag für das Nachtnetz im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) wird abgeschafft.
  • Das Kantonsparlament hat entschieden, dass der sogenannte «Nachtfünfliber» voraussichtlich per Ende 2022 wegfällt.
  • Der Zuschlag sei in der heutigen 24-Stunden-Gesellschaft nicht mehr zeitgemäss, hatten die Befürworter argumentiert.

Die Abschaffung des «Nachtfünflibers» war weitestgehend unbestritten, nur die GLP stemmte sich dagegen. Die Streichung des Nachtzuschlages wäre das falsche Signal in Zeiten von Kostenwahrheit und Mobility Pricing, meinten die Grünliberalen.

Alle anderen Parteien waren sich aber einig, dass der Nachtzuschlag mal eine gute Sache gewesen war, nun aber nicht mehr zeitgemäss ist. Der Nachtfünfliber wurde als «Strafzoll für Junge» (SP) bezeichnet, als «Strafmassnahme für Nachtschwärmer» (Grüne) oder als «Bussenfalle» (FDP).

Kein Spezialangebot mehr

Das Nachtnetz war bei seiner Einführung im Jahr 2003 als Spezialangebot für die Jungen gedacht. Als solches sollte es kostendeckend sein. Sichergestellt wurde das mit dem Nachtzuschlag.

Die Wahrnehmung hat sich seither verändert. Das Nachtnetz am Wochenende sei aus der 24-Stunden-Gesellschaft im Grossraum Zürich nicht mehr wegzudenken, argumentierte die Regierung. Das Angebot werde längst von allen Altersgruppen genutzt.

SVP und FDP wollten dennoch mit einem Minderheitsantrag vorsichtshalber sicherstellen, dass sich der Kostendeckungsgrad der ZVV mit der Abschaffung des Zuschlages nicht verschlechtere.

Diese Bedenken seien grundlos, konterte Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP): Verglichen mit dem Tagesgeschäft sei das Nachtnetz ein so kleines Nischenangebot, dass die Abschaffung des Zuschlages gar nicht ins Gewicht falle.

Erst per Ende 2022

Schliesslich wurde die Streichung des Nachtfünflibers im Parlament ohne wenn und aber beschlossen. Umgesetzt werden kann der Beschluss voraussichtlich aber erst Ende 2022. Der Grund sind Mehrjahresverträge des ZVV mit anderen Verkehrsverbünden, die nicht per sofort gekündigt werden können.

Schon auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2021 wird aber ein neues Nachtnetzkonzept umgesetzt. Das Nachtnetz wird neu konzipiert, optimiert und zwischen Zürich und Winterthur zum Halbstundentakt verdichtet.

Hauptstossrichtung bleibt

An der Hauptstossrichtung der ZVV-Strategie wurde in der alle zwei Jahre stattfindenden Debatte nicht geschraubt. Die übergeordneten Ziele bleiben unverändert.

Schliesslich wurde die Zürcher öV-Strategie für die Jahre 2022 bis 2025 einstimmig bewilligt. Ebenfalls einstimmig bewilligt wurde der Rahmenkredit des Zürcher Verkehrsverbundes für die aktuelle Fahrplanperiode. Er beläuft sich für die Jahre 2020 und 2021 auf 684.3 Millionen Franken.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Kaiser  (Chriska)
    Überhaupt Gratis OeV. Was man da sparen könnte an teuren Billetautomaten und deren Unterhalt sowie damit verbunden Personalkosten.
  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Wow was für ein Mega Fortschritt. Wenn schon alle mit dem ÖV in der Stadt fahren sollen, dann sollte das fast gratis sein.
    1. Antwort von Georg Spengler  (Streamline500)
      Nein wer das Geld hat sich das ganze Wochenende zu besaufen
      kann auch einen Nachtzuschlag bezahlen.
    2. Antwort von marc rist  (mcrist)
      Gratis gibt es nicht. Es bezahlen einfach andere.
    3. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Zürich ist keine Kommune, sondern in einen Wirtschaftsraum eingebunden, in der sie auch Dienstleistungen bezieht. Gegen Geld, nicht wie im Kommunismus.