Ohne Prüfung ins Gymnasium? Ein umstrittener Vorschlag

Zürcher Kantonsräte wollen mit dieser Idee die Chancengleichheit beim Übertritt in eine Mittelschule verbessern. Nicht das Geld soll entscheiden, ob ein Kind den Übertritt ins Gymnasium schafft. Der Kantonsrat lässt diese Idee genauer prüfen.

Eine Jugendliche löst mit einem Taschenrechner ein Aufgabenblatt Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Brüten über Rechenaufgaben: Wer das Geld für Vorbereitungskurse hat, dem fällt der Übertritt ins Gymnasium leichter. Keystone

Immer mehr Kinder bereiten sich in Kursen auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium vor. Die Aufnahmeprüfung werde dadurch immer weniger aussagekräftig und es entscheide am Schluss das Portemonnaie der Eltern, ob ein Kind den Übertritt ins Gymnasium schafft oder nicht, finden Kantonsräte der SP, der Grünen und der EVP.

«  Umso vermögender die Bewohner einer Gemeinde, umso höher ist die Gymi-Quote unter den Kindern. »

Res Marti
Kantonsrat (GP)

Sie schlagen deshalb vor, dass die Aufnahmeprüfung abgeschafft wird. Ins Gymnasium übertreten soll, wer über eine längere Zeit in der Schule gute Leistungen erbringt. Das erhöhe die Chancengleichheit für Kinder, deren Eltern nicht die Mittel für Kurse zur Prüfungsvorbereitung haben, begründen sie ihre Idee. Mit einer Parlamentarischen Initiative verlangen sie deshalb, dass das Mittelschulgesetz entsprechend abgeändert wird.

«  Prüfungen gehören zum Leben. »

Lorenz Schmid
Kantonsrat (CVP)

Die Idee ist im Kantonsrat umstritten. Bürgerliche Parlamentarier finden, Prüfungen gehören zum Leben. Und sie fürchten um das Niveau in den Gymnasien. Der Vorschlag hat die Hürde im Parlament aber ganz knapp geschafft.

Eine Kommission des Kantonsrates muss sich nun vertieft mit dem Vorschlag auseinandersetzten. Dann kommt der Vorschlag erneut in den Rat. Dass der Vorschlag diese zweite Abstimmung übersteht, ist jedoch unwahrscheinlich.

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