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Zürich Schaffhausen Peinliche Panne: Kesb Zürich lässt Akten von Häftlingen binden

Der Auftrag zum Binden der Akten mit heiklen Personendaten ging an die Strafanstalt Pöschwies in Regensdorf. Das Zürcher Amt für Justizvollzug spricht von einem Fehler, der nicht hätte passieren dürfen. Auch bei der Kesb Zürich sieht man den Fehler ein.

Legende: Video Häftlinge sortieren Kesb-Personendaten abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 20.10.2016.

Man habe schon lange mit dem Gefängnis Pöschwies zusammengearbeitet, habe dort zum Beispiel Kartonschachteln herstellen lassen. Dabei habe man gute Erfahrungen gemacht, begründet Michael Allgäuer, der Leiter der Kesb Zürich, die Fehlleistung. Als es darum ging, die Akten mit den Beschlüssen der Kesb binden zu lassen, habe man deshalb wieder bei der Pöschwies angefragt, ob sie den Auftrag übernehmen könnten. «Rückblickend eine Fehleinschätzung», gesteht Allgäuer gegenüber dem «Regionaljournal» ein.

Heikle Daten in ungeeigneten Händen

Der Fehler wurde vom lokalen Aargauer Fernsehsender Tele M1 publik gemacht. Der Sender berichtet, ein Häftling habe Akten mit in die Zelle genommen. Allgäuer kann dies nicht bestätigen: Die Zelle des Häftlings sei durchsucht worden und man habe dort keine Akten gefunden, sagt er zu diesem Bericht.

Auch das Zürcher Amt für Justizvollzug äusserte sich zum Vorfall: Es sei ein Fehler passiert, steht ohne Wenn und Aber in der schriftlichen Stellungnahme des Amtes. Die Verantwortung für den Schutz der Daten liege vorab bei den Auftraggebern. Aber auch der Auftragnehmer müsse einschätzen, ob ein Auftrag für die Erledigung durch Gefangene geeignet sei.

Sofort reagiert

Es sei ihnen ein grosses Anliegen, dass ein vergleichbarer Fehler nicht mehr vorkomme, schreibt die Sprecherin des Amtes für Justizvollzug, Rebecca de Silva. Man habe die Auftragsprozesse überprüft und werde keine Aufträge in dieser Art mehr ausführen.

De Silva weist aber auch darauf hin, dass das Amt einen gesetzlichen Auftrag habe, die Gefangenen zu beschäftigen. Die Pöschwies verfüge über 22 Gewerbe- und Versorgungsbetriebe, die mehr als 400 Gefangenen eine Beschäftigung bieten. Die Betriebe erledigen jedes Jahr Tausende von grösseren und kleineren Aufträgen. Die Auftraggeber «tun dies in der Absicht den Gefangenen Arbeit anzubieten».

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6 Kommentare

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  • Kommentar von F Selvä (Liberal)
    Unglaublich, den Betroffenen wird Akteneinsicht verwehrt. Etwa den Verwandten welche den Betroffenen helfen will. Wir haben einen zweiten Anwalt auch ihm wurde die Akteneinsicht verwehrt. Aber Kriminelle und Pädohile bekomen solche sensible Akten. Entmachet bitte endlich die KESB. Danke
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  • Kommentar von Charly Ball (Charly Ball)
    Die KESB an sich ist grundsätzlich keine schlechte Institution und könnte einen guten Beitrag in ihrem Bereich leisten - und dabei auch positiv auffallen. Das funktioniert aber nur, wenn die richtigen Leute am Ruder sind. Vielleicht müsste man sich darüber mal ernsthaft Gedanken machen.
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  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Wieso hat man diese KESB überhaupt geschaffen ? Ist diese nur da damit es wieder mehr kostet ? Der Staatliche-Verwaltungs-Apparat in der Schweiz wird langsam aber sicher unheimlich.
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