Polizei will Einbrüche dank Software vorhersagen und verhindern

Im Kanton Zürich wurden 2013 so wenige Straftaten verübt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Laut Kriminalstatistik waren es 8 Prozent weniger als 2012. Vor allem Einbrüche und Diebstähle nahmen ab. Dank einer neuen Software sollen es noch weniger werden.

Zwei Zürcher Stadtpolizisten stehen neben einem Polizeiauto Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So wenig zu tun wie seit 20 Jahren nicht mehr: Die Zürcher Polizei-Korps im Jahr 2013. Keystone

Im Kanton Zürich sind seit 20 Jahren nie so wenige Straftaten begangen worden wie 2013. Insgesamt registrierte die Polizei knapp 136'000 Delikte. Das sind fast 12'000 oder 8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im Vergleich zur Schweiz (-3,6 Prozent) ist die Kriminalität im Kanton Zürich damit deutlich stärker zurückgegangen.

Pro 1000 Einwohner wurden im Vergleich zum Jahr 2012 fast 11 Prozent weniger Verstösse gegen das Strafgesetzbuch verzeichnet. Diese Abnahme ist deutlich grösser als in der gesamten Schweiz, wo die Deliktzahl pro 1000 Einwohner nur um 6 Prozent zurückging.

Grösster Rückgang bei Einbruch und Diebstahl

Rückläufig waren 2013 vor allem die Vermögensdelikte (-10 Prozent). Es wurden aber auch weniger schwere Gewaltdelikte verübt: Fünf Personen wurden getötet, eine weniger als im Vorjahr. Allerdings musste die Polizei 20 Prozent häufiger wegen häuslicher Gewalt ausrücken. Bei diesen Tätlichkeiten wurde jeweils kein Strafantrag eingereicht.

Einbrüche mit Software vorhersehen

Damit die Einbrüche weiter abnehmen, will die Polizei mithilfe einer deutschen Software Einbrüche vorhersehen. Das Computerprogramm soll ähnlich wie eine Wettervorhersage berechnen können, wann und wo Einbrüche stattfinden. Seit November 2013 testet die Polizei dieses Programm und stellt bereits erste Erfolge fest. «Diesen November hatten wir anders als in den übrigen Jahren keine Zunahme an Einbrüchen», sagt Felix Lengweiler, Chef der Abteilung Brennpunkt der Zürcher Stadtpolizei, im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». (Update 8.10.14: Die Software wurde per November 2014 definitiv eingeführt.)

Weniger jugendliche Räuber

Die Gesamtzahl jugendlicher Beschuldigter lag 2013 bei 2931, dies sind beinahe gleich viele Personen wie 2012. Bei Raubdelikten ging die Zahl der Jugendlichen aber markant zurück und sank erstmals seit 10 Jahren unter die 100er Grenze.

Sorgen machen der Polizei, dass Jugendliche mit ihren Smartphones immer mehr pornografische Fotos und Videos herstellen und verschicken. Da müsse noch mehr Prävention geleistet werden.

Ganz allgemein bezeichnet die Polizei die «explosionsartige Zunahme» von digitalen Daten als besondere Herausforderung. Diese Daten müssten in beinahe allen Strafverfahren für die Beweisführung sichergestellt und ausgewertet werden. Es sei zudem schwierig, mit der technologischen Entwicklung mitzuhalten, die Straftäter nutzten.