Primarschule Greifensee geht bei der Sexualkunde eigene Wege

Sexualkunde - ein erstes Mal schon in der zweiten Klasse und Fachleute, die in die Schule kommen: Bei Eltern, Kindern und Lehrpersonen kommt das Konzept der Primarschule an.

Othmar Steiner, Co-Schulleiter der Schule Greifensee sitzt an einem Schülerpult vor einem Plakat mit dem Titel "Respekt". Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Respekt wird von Othmar Steiner, Co-Schulleiter der Primarschule Greifensee gross geschrieben. SRF

Das Konzept für die Sexualkunde wurde in Greifensee in den letzten drei Schuljahren erprobt. Es sieht einen zweistufigen Unterricht vor: In der zweiten Klasse lernen die Kinder ihre Gefühle zu benennen und über den eigenen Körper zu reden. In der sechsten Klasse geht es erst um Sexualität und Beziehung.

Einen Teil des Unterrichts übernehmen die Fachleute von «Lust und Frust». Das ist die Fachstelle für Sexualpädagogik der Schulgesundheitsdienste der Stadt Zürich und der Zürcher Aids-Hilfe. Nach jedem Unterrichtsblock wurden die Beteiligten befragt.

Rückmeldungen positiv

Nun liegt die Auswertung der Befragungen vor und diese zeigt: Bei den meisten kommt diese Art des Sexualkundeunterrichts gut an. Das war nicht unbedingt so zu erwarten. Während der Pilotphase gab es immer wieder Proteste von einzelnen Eltern, die vor den Sommerferien sogar zu einer Anfrage der SVP im Kantonsrat führten.

Die Auswertung der Befragungen zeigt aber: Der Unterricht durch die Fachleute der Beratungsstelle «Lust und Frust» wird von den Kindern und allen anderen Beteiligten überwiegend positiv erlebt. Greifensee will den Unterricht deshalb in der erprobtem Form weiterführen. Noch steht eine definitive Zusage von «Lust und Frust» aus.

Im Schuljahr 2017/2018 wird zudem der Lehrplan 21 im Kanton Zürich umgsetzt. Dieser formuliert konkreter, um was es im Sexualkunde-Unterricht geht. Falls bis dahin nichts geschieht, würde dies das Ende des Projekts in seiner jetzigen Form bedeuten. Bis dann solle das Projekt weiterlaufen, bestätigt der Schulleiter Othmar Steiner gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

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