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Viele Prostituierte möchten aussteigen. Doch wer gibt ihnen einen Job?
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 26.06.2020.
abspielen. Laufzeit 04:25 Minuten.
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Prostituierte unter Druck Konkurrenzkampf und Not an der Zürcher Langstrasse

In der Zürcher Langstrasse wird wieder gefeiert, getrunken und Party gemacht. Fast wieder wie zu Zeiten vor Corona. Doch für die Prostituierten ist die Krise nicht vorbei. Sie dürfen zwar wieder arbeiten, doch Kundschaft fehlt. Die Lage für die Sexarbeiterinnen verschärft sich zusätzlich durch immer neue Konkurrenz aus dem Osten.

«Sie sagen, es läuft nichts. Wenig. Zero»

Diese Einschätzung stammt nicht von den Prostituierten selbst. Sie wollen nichts sagen oder ins Mikrofon sprechen, aus Angst, ihr Doppelleben könnte in ihrem Heimatland auffliegen. Statt ihrer spricht Schwester Ariane, die mit ihrem Verein «Incontro» jeden Tag Essen auf der Gasse verteilt und einen guten Draht zu den Frauen hat.

Eine Frau mit Schutzmaske verteilt Lebensmittel
Legende: Viele Frauen sind froh um die Lebensmittel, die Schwester Ariane verteilt. Keystone

«Wenn ich sie frage, wie es läuft, ob sie Kundschaft haben, sagen mir viele, es laufe nichts oder sehr wenig», sagt Schwester Ariane. Die Frauen seien verzweifelt und unter Druck, das spüre sie. Dass jetzt noch mehr Frauen ins Sexgewerbe einsteigen würden, habe man eigentlich kommen sehen: «Wenn die Wirtschaft schlecht läuft, sind mehr Frauen gezwungen, in die Prostitution zu gehen. Es geht ja ums Überleben.»

Ich spüre grosse Not und Verzweiflung. Sie stehen unter Druck.
Autor: Schwester ArianeGassenarbeiterin Verein «Incontro»

Schon während der Krise sei es für die Frauen, die dageblieben seien, sehr schwierig gewesen, sagt Schwester Ariane. Viele hätten ihr Essen nicht mehr finanzieren können, seien obdachlos geworden.

Viele möchten aussteigen

Der Wunsch aus der Prostitution auszusteigen, sei bei vielen gross. Zum Teil würden die Frauen jahrelang warten, auf einen Platz in einem Integrationsprogramm, auf eine Stelle als Putzfrau oder Schneiderin. «Wir sind als Gesellschaft aufgerufen, diesen Menschen eine Chance zu geben, damit sie einen Neuanfang machen, und menschenwürdig leben können.» Der Verein «Incontro» will nun Unternehmen suchen, die ehemaligen Prostituierten einen Job anbieten wollen.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Michel  (Mosses01)
    Dank PFZ kommen "Facharbeiter innen" in Scharen aus dem Osten.
    1. Antwort von Lorenz Delb  (lordsrf)
      Für die Zeit der griechischen Antike sind Prostituierte im heutigen Sinne bezeugt, also ohne sakralen Hintergrund. Die Griechen unterschieden zwischen der gewöhnlichen „Hure“und der „Gesellin“. Auch die Feldzüge Alexanders des Großen wurden von zahlreichen Prostituierten begleitet. Sowohl Männer als auch Frauen boten ihre sexuellen Dienste an, doch wie bei den Griechen wurde auch bei den Römern die Inanspruchnahme dieser Leistungen nur den Männern zugestanden.
    2. Antwort von Fabrizio Gamp  (Fgamp)
      @Michel Dies sähe ich als gute Frage an SVP&co um sich bzgl Begrenzunginitiativeabstimmung allgemeiner entscheiden zu können: Gehören Prostituierte auch zu Jobs die den momentan in Schweiz Ausübenden vorbehalten werden sollen? (insofern in diesem Fachbereich kein Personalmangel besteht)
  • Kommentar von Daniel Stutz  (ElMathador)
    Wenn diese Frauen in ihrem Heimatland etwas Vernünftiges arbeiten könnten, wären sie vermutlich nicht hier.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Konsequenz? Zurück ins Heimatland und etwas Vernünftiges arbeiten!
    1. Antwort von Manuel Castillo  (Beresina)
      Ach so, die Frauen sind hier und arbeiten als Prostituierte, weil sie in ihrem Heimatland einer vernünftigen Arbeit entgehen wollen?!
      Und die Erde ist eine Scheibe....