Prozess wegen Menschenhandels in Schaffhausen

Es ist der grösste Prozess um Menschenhandel im Kanton Schaffhausen: Zwei Männer sollen mehrere Frauen aus der Dominikanischen Republik zur Prostitution gezwungen und ausgebeutet haben. Einer von ihnen ist ehemaliger SVP-Politiker. Die Vorwürfe streiten sie ab.

Fotografien von Cabaret-Tänzerinnen werben für ein Nacht-Lokal Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Prozess am Bezirksgericht Schaffhausen wegen Menschenhandel Keystone

Die beiden Männer stehen seit Montag vor dem Schaffhauser Kantonsgericht. Gemeinsam hatten sie ein Cabaret geführt. Der Hauptangeklagte, ein vorbestrafter Vermittler von Stripperinnen in der ganzen Schweiz, soll dabei die Frauen wie Waren behandelt und in einem Fall auch vergewaltigt haben.

Der Mitangeklagte, der einst für die SVP im Schaffhauser Stadtparlament sass, war Gerant des Lokals. Er soll nach Ansicht des Staatsanwaltes die Frauen ebenfalls mehr oder weniger zum Sex mit Gästen gedrängt haben.

Beide Männer streiten die Vorwürfe vehement ab. Ihre Verteidiger sprechen von einer orchestrierten Racheaktion. Lediglich Urkundenfälschung gibt der Hauptangeklagte zu. Für ihn fordert der Staatsanwalt eine Haftstrafe von sieben Jahren. Der Gerant soll eine bedingte Haftstrafe von zwei Jahren aufgebrummt bekommen.