Radar-Dichte in Schaffhausen am grössten

In keinem Kanton hat es mehr Radar-Fallen pro Kopf als in Schaffhausen. Fast ebenso dicht ist das Radar-Netz im Kanton Zürich. Millionen Franken von Bussen-Geldern fliessen in die Staatskasse. Doch in erster Linie gehe es um die Sicherheit, nicht um Einnahmen, sagen Verantwortliche der Polizei.

Ein Radar-Kontroll-Gerät an einer viel befahrenen Strasse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Blechpolizisten: präventiver Einsatz gegen Raser? Keystone

Nach einer von der «Sonntagszeitung» veröffentlichten Statistik ist Schaffhausen anteilsmässig an der Spitze, wenn es um Radarfallen geht. Schaffhausen also als «Radar-Hölle»? Martin Tanner, Chef der Verkehrspolizei Schaffhausen: «Nein, das stimmt nicht. Unser Leitsatz ist: Kontrolle ist die beste Prävention. Wer sich an die Limiten hält, hat nichts zu befürchten.»

Die Schaffhauser Polizei reagiere, sobald Anwohner melden, es werde gerast. An der entsprechenden Stelle wird dann eine mobile Kontrolle installiert. Tanner ist überzeugt, dass die Wirkung positiv ist: «Vor allem in den 30er-Zonen können wir mit Kontrollen erreichen, dass die Limite eingehalten wird.»

Einnahmen bloss ein Nebeneffekt

Die Einnahmen aus den Tempo-Bussen sind im Kanton Schaffhausen mit 5,3 Millionen Franken budgetiert. Es sei aber nicht Sinn und Zweck der Verkehrskontrollen, dass diese möglichst viel Geld in die Staatskasse spülen. Tanner: «Wir haben keine Vorgaben zu erfüllen. Das ist Unsinn.» Schützenhilfe erhält Martin Tanner vom Automobil Club (ACS). Dieser ist der Ansicht, dass in den Kantonen moderat kontrolliert wird.

Kritik an der Radar-Politik der Stadt Zürich

Bei den Städten Zürich und Winterthur sehe es hingegen anders aus, sagt Lorenz Knecht, Geschäftsleiter des ACS Zürich gegenüber dem «Regionaljournal»: «Zum Teil stehen Blitzkäsen an Orten, die bekannt dafür sind, über eine Million Franken an Bussgeldern zu generieren.» Hier frage er sich, ob dies mit Sicherheit zu tun habe oder mit Abzockerei.

Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, wehrt sich gegen diese Vorwürfe: «Unser Auftrag besteht nicht darin, mit versteckten Radarkontrollen Verkehrssünder zu jagen.» Es sei auch nicht die Aufgabe der Polizei, die Stadtkasse zu füllen. «Wir haben einen rechtlichen Auftrag und das ist die Kontrolle im Strassenverkehr.»

Weder mehr Bussen noch mehr Geräte

Auch die Kantonspolizei Zürich will nichts davon wissen, mit Radar-Kontrollen vor allem Geld machen zu wollen. Dafür spricht, dass die Höhe der Bussengelder in den Kantonen Zürich und Schaffhausen immer etwa gleich hoch bleibt. Um die 5 Millionen Franken in Schaffhausen, rund 24 Millionen Franken in Zürich. Es sei auch nicht so, dass immer mehr Geräte angeschafft würden, betont Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich: «Was stimmt ist, dass die stationären Geräte vermehrt durch flexible, mobile Stationen ersetzt werden.»