Radsportlegende Walter Bucher: «Früher war es härter»

Er war beim allerersten Sechstagerennen im Zürcher Hallenstadion mit von der Partie: Walter Bucher. Heute Mittwochabend darf der 88-Jährige deshalb den Startschuss zur 60. Ausgabe dieses Radklassikers geben. Im Interview mit dem «Regionaljournal» erinnert er sich an die Anfänge.

Held der ersten Sechstage-Rennen in Zürich: Walter Bucher. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Held der ersten Sechstage-Rennen in Zürich: Walter Bucher. SRF

Auch im Alter von 88 Jahren wirkt Walter Bucher immer noch ausgesprochen frisch und rüstig. Er fahre auch immer noch regelmässig Velo, sagt er. Damals, in den Anfängen des Sechstagerennens, war er einer der härtesten Widersacher des Radsportstars Hugo Koblet.

Der Trick von Koblet

Hugo Koblet und dessen Partner Armin von Büren duellierten sich mit dem Duo Walter Bucher / Jean Roth. Bucher/Roth – man nannte sie wegen ihrer Trikots nur «die roten Teufel» – hätten gar gute Chancen gehabt, das erste Rennen im Jahr 1954 zu gewinnen. Koblet und von Büren machten ihnen aber einen Strich durch die Rechnung, und zwar mit einem Trick: In einer zweistündigen Ruhephase gegen Ende der sechs Tage, in denen die Fahrer unter sich eigentlich vereinbart hatten, nicht anzugreifen, brachen Koblet und sein Partner die Vereinbarung, machten weiter Tempo – und gewannen. «Eine grosse Enttäuschung für uns», erinnert sich Bucher. Ein Jahr später glückte ihm und seinem Partner aber die Revanche.

Wenn Walter Bucher die Rennen damals mit denen heute vergleicht, dann seien die heutigen einiges einfacher: «So etwa zwischen Mitternacht und ein Uhr sind die Rennen heutzutage fertig, und die Fahrer können sich bis zum folgenden Abend ausruhen. Damals fuhren wir bis sechs Uhr morgens durch und hatten danach höchstens drei Stunden Schlaf, bis es wieder weiterging.»

(frip; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)