Regierungsrat pfeift Wallisellen zurück

Die Zürcher Gemeinde hat die Mietzinse für die Wohnungen von Sozialhilfebezügern bis jetzt direkt den Vermietern überwiesen. Dies verbietet nun der Regierungsrat: Menschenwürde und der Schutz der Privatsphäre gehen vor, findet er.

Schlechte Erfahrungen haben die Gemeinde Wallisellen zu ihrer Massnahme bewogen. Immer wieder ist es vorgekommen, dass Sozialhilfebezüger ihre Wohnungsmieten nicht bezahlt haben. Die Folgen: Sie verloren ihre Wohnung, die Gemeinde hatte Zusatzkosten.

Deshalb entschloss sich die Walliseller Sozialbehörde, dass sie die Kosten für die Mieten nicht mehr an die Sozialhilfebezüger überweist, sondern an die Vermieter direkt. «So wie bei der Krankenkasse auch», sagt Linda Camenisch, Präsidentin der Sozialbehörde.

Bedenken bleiben

Dies verbietet nun der Regierungsrat: Menschenwürde und der Schutz der Privatsphäre seien wichtiger als finanzielle Überlegungen einer Gemeinde. Sozialhilfebezüger sollten eigenverantwortlich mit ihrem Geld umgehen können. Wallisellen akzeptiert das Urteil - allerdings mit Bedenken. Linda Camenisch ist überzeugt, dass die alten Probleme bei den Mietzinszahlungen bald wieder auftauchen.