Russische Sauber-Investoren: Mehr Schein als Sein?

Drei russische Investoren helfen dem finanziell angeschlagenen Sauber-Rennstall mit Millionenbeiträgen aus der Patsche. Die Erleichterung bei Sauber und in der Gemeinde Hinwil ist gross: Rund 400 Arbeitsplätze in Hinwil sind vorerst gerettet. Doch am Renommee der Retter kommen Zweifel auf.

Peter Sauber und Technikchef Willy Rampf im Sauber-Windkanal. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Windkanal ist der Trumpf für den Standort Hinwil. Die Arbeitsplätze bleiben erhalten. Keystone

Der Formel 1-Rennstall Sauber und Hinwil verbindet eine enge Beziehung. 300 Leute arbeiten bei Sauber, weitere 100 sind in der Region bei kleinen und mittleren Zulieferfirmen angestellt.

Für das Zürcher Oberland stand deshalb viel auf dem Spiel, seit bekannt wurde, dass Sauber mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft. Diese sollen jetzt vom Tisch sein: Sauber präsentierte am Montagmorgen drei russische Investoren (für die Details siehe «Mehr zum Thema»).

Sauber-Fabrik bleibt in Hinwil

Sauber ist also gerettet - und Hinwil atmet auf: «Die Erleichterung ist gross», sagt Gemeindepräsident Germano Tezzele. «Erstens, weil Peter Sauber sein Lebenswerk retten konnte. Zweitens, weil die Arbeitsplätze gerettet sind. Und drittens, weil die Firmen, denen Sauber Geld schuldet, dieses Geld nun erhalten.»

Doch sind die Arbeitsplätze in Hinwil tatsächlich gesichert? «Davon kann man ausgehen», sagt Sauber-Sprecher Hans-Peter Brack gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

«  Sie dürfen eines nicht vergessen: Der Windkanal steht in Hinwil und dieser ist entscheidend. »

Hans-Peter Brack
Sauber-Mediensprecher

Denn die Sauber-Fabrik mache nur in unmittelbarer Nähe des Windkanals Sinn.

Wie seriös sind die Investoren?

Gemeindepräsident Germano Tezzele ist zudem überzeugt, dass die russischen Investoren auch wirklich halten, was sie versprechen. «Ich gehe davon aus, dass Peter Sauber die Vereinbarungen genau geprüft hat». Er sei zuversichtlich, dass sich Peter Sauber mit Partnern eingelassen habe, die auch vertrauenswürdig seien.

Peter Gysling, Russland-Korrespondent von SRF, relativiert dieses Vertrauen. Die Firmen hätten zwar Geld aber: «Die drei Firmen sind keine bedeutenden Institutionen in Russland, wie dies in der Medienmitteilung von Sauber geschildert wird.»

Geldgeber ist Vater des Fahrers

Einer der Geldgeber, Professor Sirotkin, Leiter des «Nationalen Instituts für Luftfahrt und Technologie» sei zudem in Russland gänzlich unbekannt und sicher kein renommierter Flugzeugkonstrukteur, sagt Gysling. Dafür schicke er seinen 17jährigen Sohn, Sergey Sirotkin, bei Sauber an den Start. Gelinge es nicht, aus ihm einen «russischen Schumacher zu formen», könnte das Geld schnell wieder weg sein, befürchtet Gysling. Sollte sich dies bewahrheiten, müsste Sauber erneut auf Sponsorensuche.