Kulturschaffende enttäuscht Schaffhausen setzt hohe Hürde für Zwischennutzung der Kammgarn

Seit drei Jahren steht der Westflügel der ehemaligen Spinnerei in Schaffhausen leer, nun lässt der Stadtrat in einem Teil des Gebäudes eine Zwischennutzung zu. Hauptsächlich Kulturschaffende können in das leerstehende Gebäude einziehen. Ihre Vorfreude ist allerdings verhalten.

Der Westflügel des Industriegebäudes Kammgarn in Schaffhausen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Westflügel des Industriegebäudes Kammgarn: Hier dürfen unter anderem Kulturschaffende zwischenzeitlich einziehen. SRF

Die Ausgangslage:

Der Westflügel des Schaffhauser Industriegebäudes Kammgarn steht seit rund drei Jahren leer. Jahrelang haben sich Kulturschaffende und andere Interessenten für eine Zwischennutzung eingesetzt. Nun hat der Stadtrat von Schaffhausen eingelenkt.

Die Auflagen:

Der Stadtrat lässt eine Zwischennutzung nur auf einer Etage des Westflügels zu - für maximal zwei Jahre. Zusätzlich müssen Interessierte einen Trägerverein ins Leben rufen. Dieser muss der Stadt in diesen zwei Jahren eine Miete von 100'000 Franken zusichern.

Die Begründung:

«Auch eine Zwischennutzung benötigt grosse Investitionen», sagt der zuständige Schaffhauser Stadtrat Daniel Preisig. «Es müssen Investitionen für WC-Anlagen, Elektrik und Heizung getätigt werden.»

Die Reaktion:

Das Schaffhauser Kulturbündnis - eine lockere Plattform von Kulturschaffenden und Interessierten - ist wenig begeistert. Grundsätzlich sei es positiv, dass die Stadt einen ersten Schritt zur Öffnung gemacht habe, sagt Bündnis-Mitglied Christian Ulmer. Der SP-Grossstadtrat kritisiert aber auch: «Es wird sehr viel verlangt. Einen Trägerverein zu gründen und dann noch das Risiko zu tragen, das ist nicht einfach.»