EKS unter Druck Schaffhauser Kantonsrat kritisiert sein eigenes Elektrizitätswerk

Mit dem Kurs des Schaffhauser Elektrizitätswerks sind längst nicht alle einverstanden.

Strommasten, Stromleitungen am Himmel, im Hintergrund ein Gewitter mit Blitzen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Donnerwetter im Schaffhauser Kantonsrat wegen des Stroms. Keystone

An der Sitzung des Schaffhauser Kantonsrates mussten sich Energiedirektor Martin Kessler (FDP) Regierung und die Geschäftsleitung des kantonalen Elektrizitätswerks (EKS) viele kritische Voten anhören.

Bemängelt wurde eine «Häufung von Problemen und Fehlentscheiden», wie es SVP-Kantonsrat Daniel Preisig ausdrückte. Gemeint sind damit Investitionen in gescheiterte Projekte, wie das Windrad Hans in Beringen oder die Beteiligung an der Zürcher Beleuchtungsfirma Prolux, die beim EKS zu einem Abschreiber führte.

Sehr zu reden gaben aber auch die umstrittenen Auftragsvergaben für Solaranlagen an eine deutsche Installationsfirma. Das EKS sei ein Monopolist der den einheimischen kleinen und mittleren Unternehmen «auf die Füsse tritt», so René Schmidt (GLP).

Gefordert wurde, dass der Kanton als grösster Eigentümer der EKS AG seinen Einfluss stärker wahrnimmt. Regierungsrat Martin Kessler, der seit Anfang Jahr Verwaltungsratpräsident ist, konnte die geballte Kritik allerdings nicht in allen Teilen nachvollziehen. Das EKS mache einen guten Job, habe den Gewinn gesteigert und liefere jedes Jahr Geld an den Kanton ab.

Einzig bei den Auftragsvergaben habe das EKS nicht mit der «gebührenden Sensibilität» gehandelt, so Kessler. Dies habe die Geschäftsleitung aber korrigiert. Den Vorwurf die deutsche Installationsfirma habe bei ihren Arbeiten gepfuscht, liess er hingegen nicht gelten. Das seien rufschädigende Unterstellungen, die bis jetzt nicht bewiesen seien.