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Schikane-Vorwürfe Dübendorf lässt Sozialamt extern durchleuchten

Legende: Audio Eine externe Untersuchung soll Klarheit geben. abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
02:06 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 08.02.2019.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Sozialhilfeempfänger über schikanöse Behandlungen durch das Dübendorfer Sozialamt beklagen. Bereits 2016 wurden Vorwürfe laut. Die Stadt behandle Betroffene oft wie Schmarotzer, Klienten ausländischer Herkunft würden absichtlich und systematisch unkorrekt bedient, lauteten damals die Vorwürfe.

Ist Dübendorf ein Einzelfall?

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Ob Behörden korrekt arbeiten, lässt sich an einem Richtwert messen, an der Erfolgs-Quote von Rekursen. Schweizweit liegt diese Quote von Rekurrenten, die vor einem Gericht oder einer Aufsichtsbehörde Recht bekommen, zwischen 5 und 15 Prozent.

Die schweizweit einzige Beratungsstelle für Sozialrecht (UFS) hat jedoch eine Erfolgsquote von 80 Prozent. Mehr als drei Viertel ihrer Rekurse gegen Entscheide von Sozialämtern werden also gutgeheissen. Dübendorf scheint demnach kein Einzelfall zu sein.

Publik wurde diese Kritik nachdem die Leiterin der Sozialhilfe auf Facebook rassistische Beiträge veröffentlicht hatte. Sie wurde darauf verwarnt und für eine Zeit beurlaubt – unterdessen ist sie wieder im Amt und geniesst das Vertrauen der politischen Vorgesetzten.

Wir werden eine neutrale Stelle einsetzen, die die Vorwürfe überprüft.
Autor: Jacqueline HoferSozialvorsteherin Dübendorf

Die neuen Vorwürfe gehen nun wieder in dieselbe Richtung: Wer von den Dübendorfer Behörden Sozialhilfe beziehe, werde schikaniert. Nachdem der «Tages-Anzeiger» neue Fälle öffentlich machte, reagiert die Stadt nun. Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer (SVP) sagt gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», sie lasse sie Fälle von einer neutralen Stelle durchleuchten.

Eigentlich gäbe es in Dübendorf eine Ombudsstelle, die genau für solche Fälle zuständig wäre. Sie wurde nach den letzten Vorwürfen eingerichtet. Offenbar ist sie aber nicht neutral genug.

Auch der Bezirksrat wird aktiv

Nebst der unabhängigen Untersuchung der Stadt schaltet sich nun auch die Aufsichtsbehörde ein. Der Bezirksrat Uster will den Fall genauer anschauen. Er dürfte von Dübendorf also mehr Informationen und eine Stellungnahme verlangen. Der Bezirksrat hätte die Möglichkeit, ein Disziplinarverfahren gegen Mitarbeitende des Sozialamtes einzuleiten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Dazu muss man einfach wissen, dass sowohl der Bezirksratspräsident, die Leiterin des Sozialamts, wie auch die Stadträtin, welche Sozialvorsteherin, und somit Chefin der Sozialamtsleiterin ist, alle der gleichen Partei angehören. Zufem ist die neue Sozialvorsteherin bereits in der Kritik, ob der überraschenden und ungeklärten Kündigung des Leiters des Alterszentrums. Da frage ich mich, wie eine unabhängige Kontrolle vonstatten geht. Werden alle Sozialhilfebezüger befragt?
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Man darf auch aussprechen um welche Partei es sich dabei handelt. Es ist die SVP.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Wer zufällig die Bevölkerungs-Struktur von Dübendorf etwas näher (persönlich) kennt, denkt sofort bei diesem "aufgepeitschten" Bericht auch an die "Rückseite der Medaille": Es gibt leider unter den Sozialhilfebezüger immer mehr, die haben sich mit ihrem (recht lukrativen) "Hängematten-Einkommen" eine endgültige Lebensphilosophie angeeignet und daran gewöhnt, dass sie jeden Druck der Behörden als Schikane erachten und oft aggressiv auftreten! Warum erfahren wir im Bericht nicht auch diese Seite?
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    1. Antwort von Alex Bauert (A. Bauert)
      Derartig abfällige Bemerkungen über SozialhilfebezügerInnen sind völlig abwegig. Es geht um nicht vollzogenen Gerichtsurteile, d.h. das Sozialamt hat trotz Entscheid Zahlungen an eine Empfängerin nicht ausgeführt. Das hat nichts mit Druck, sondern nur mit widerrechtlicher Schikane zu tun. SozialhilfeempfängerInnen sagt man, sie sollen arbeiten gehen. Niemand kennt die entsprechenden Stellen, für die sie sich bewerben können, bzw. an denen sie Arbeit erhalten könnten. Niemand ist freiwillig dort.
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (jolanda)
      Hinweise auf Missbräuche im Sozialwesen sind nicht abwegig. Es gibt leider gewisse "Lebenskünstler", die sich in der "sozialen Hängematte" recht wohl fühlen. Setzt man diesen Leuten einen Druck auf Aenderung auf, reagieren sie oft empört! Herr Bauert, wer vorübergehend unverschuldet in Not gerät, der wird nie kritisiert. Für solche Menschen sind einst die sozialen Staatskassen und Hilfsangebote aufgegleist worden. Noch etwas: Warum wurde letzthin eine bessere Ueberwachung deutlich angenommen?
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Es darf aber nicht sein, dass die Leiterin der Sozialbehörde rassistische Bemerkungen veröffentlicht. Rassisten und Faschisten haben in Behörden und Ämter nichts verloren.
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    4. Antwort von Rolf Bolliger (jolanda)
      Richtig, Herr Planta: In Behörden darf es jobmässig keine politischen Mass-Stäbe geben. Nur, warum sind denn im Sozialwesen praktisch alle massgebenden Beamte(innen) 100%ige Linksideologen(innen), die sich immer wieder in ihren linken "schwarz/weiss-Ideologien für ihre Klientel einsetzen und via Medien und deren Foren rechthaberisch in Szene setzen? Wer dies (nach Ihrer Messlatte zufolge) nicht tut, wird sofort in eine fremdenfeindliche, rechte "Ecke" gestellt und laufend verunglimpft!
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